Phoenix Wright: Ace Attorney - Spirit of Justice



Anderes Land, andere Gesetze. Eine leidvolle Regel, wie Anwalt Phoenix Wright in seinem neusten Abenteuer am eigenen Leib erfahren muss!

Es ist immer ein kleines Beten, dass die Ace Attorney-Reihe fortgesetzt wird. Denn trotz einer großen Fangemeinde und einem mittlerweile anschaulichen Kader an Ablegern kann sich die Reihe vor allem im amerikanischen und europäischen Raum nur schwer durchsetzen.

Die Folge: Spin-Offs wie beispielsweise das Ace Attorney Investigations-Doppel oder Dai Gyakuten Saiban haben keinerlei Chance auf einen offiziellen Release. Kein Wunder also, dass man immer die Daumen drücken muss, dass der neuste Titel auch uns erreicht.

Und unsere Gebete wurden erhört! Denn nach langer Wartezeit dürfen wir endlich Phoenix Wright: Ace Attorney – Spirit of Justice in unseren Reihen begrüßen. Und könnten nach Beenden der Handlung kaum glücklicher darüber sein!



Andere Länder, andere Gerichtssäle

Es sollte ein harmloser Trip in das weit entfernte und mysteriöse Land Khura’in werden. Hier wollte der langjährige und mittlerweile bekannte Anwalt Phoenix Wright seine engste Freundin und Verbündete Maya Fey besuchen, die kurz vor dem Ende ihres spirituellen Bildungswegs steht.

Doch als Phoenix‘ junger Reiseführer Ahlbi aus heiterem Himmel des Mordes angeklagt wird, verfällt der Anwalt in alte Muster, muss sich jedoch einer völlig neuen Herausforderung stellen – einem kaum existenten Rechtssystem!

Statt Verteidiger und Beweise gibt es hier nämlich nur einen kurzen Tanz, Divination Séance getauft, der die letzten Momente des Opfers sichtbar macht und den Täter somit eindeutig identifizieren soll.

Ein System, das der gerechte Wright so nicht hinnehmen will und sich entgegen aller Konventionen und Regeln tapfer an die Seite von Ahlbi stellt. Und dabei nicht ahnt, dass er damit am Beginn seines bisher wahrscheinlich schwersten Abenteuers steht…


Oldie but Goldie: Phoenix Wright macht wie immer eine erstklassige Figur… für seine Verhältnisse!


Khura’in-e Gnade für Anwälte

Im Grunde fühlt man sich bei der Handlung von Phoenix Wright: Ace Attorney – Spirit of Justice direkt an die zahlreichen Vorgänger erinnert. Verzwickte Fälle, schier ausweglose Verhandlung, epische Wendungen. Mit dem kleinen, aber wichtigen Zusatzelement neues Land, neue Kultur ebnet Capcom allerdings einen neuen, spannenden Weg, der direkt an den Handheld fesselt.

In Khura’in drehen sich die Gerichtsuhren nämlich anders. Andere Regeln, andere Vorgehensweisen, andere Schwerpunkte. Kompromisse sind dabei nicht erlaubt – alles folgt den Gesetzen der heiligen Mutter, der Gottheit des Landes. Widersprüche werden missbilligt, verurteilt, bestraft.

Sprich: Phoenix muss sich an die neuen Gegebenheiten gewöhnen, einen Weg finden, seine Stärken auszuspielen und seine Klienten unschuldig aus dem Gerichtssaal zu holen. Keine leichte Aufgabe. Storytechnisch dafür aber eine ungeheuer amüsante.

Immerhin hat Capcom die wichtigsten Zutaten für einen köstlichen Ace Attorney-Cocktail nicht vergessen. Abgedrehte Haupt- und Nebencharaktere? Check! Teils vollkommen abgefahrene Wendungen? Check! Perfekte Mischung aus Humor und Spannung? Check!

Vor allem Fans kommen dabei vollends auf ihre Kosten. Mit coolen Gastauftritten und Rückblenden wird die gesamte Serie stets in Erinnerungen gerufen – nostalgische Gefühle sind da vorprogrammiert! Blutige Neuanfänger werden derweil nicht auf der Strecke gelassen, sondern bekommen zumindest kurze Erklärungen geboten, um jederzeit mitzukommen.


Andere Länder, andere Herausforderungen. Und diese junge Dame ist dabei eine ganz besonders hartnäckige!


Neue Perspektiven im Gerichtssaal

Bereits der direkte Vorgänger Dual Destinies beweis eindrucksvoll, dass sich die Reihe optisch weiterentwickelt hat und sich weitestgehend von der puren Standbild-Show distanziert hat. Logischerweise setzt Spirit of Justice diesen Trend fort und legt noch einen Zahn zu.

Auch in Runde sechs können sich die Charaktermodelle wieder sehen lassen und machen mitsamt zahlreicher Animationen, amüsanten Grimassen sowie einem schicken Anime-Look vor allem in Bewegung eine sehr gute Figur. Klarer Favorit sind dabei natürlich wieder die wundervoll abgedrehten Überreaktionen der Angeklagten, die erneut auf dem schmalen Grat zwischen Lustig und Oh man, was hat der Designer geraucht? wandern.

Lobend zu erwähnen ist der erhöhte Einsatz von kurzen Zwischensequenzen. Während die Gerichtsverhandlung wie bisher relativ statisch ausfallen, durch die vielen Animationen dabei aber zumindest nicht fad ausfallen, wirkt das Drumherum etwas lebendiger und frischer. Kein Meilenstein, aber zumindest eine lobenswerte und positive Weiterentwicklung.

In puncto Soundtrack liefert Spirit of Justice ebenfalls ab und serviert Fans eine Reihe altbekannter Songs, die einen kleinen musikalischen Neuanstrich bekommen haben. Vor allem das legendäre Objection-Theme bringt dabei wieder viel Laune und lässt uns wünschen, dass wir unseren Handheld noch lauter stellen könnten.

Einziger Wermutstropfen: Wirklich unvergessliche Kompositionen, die in die Seriengeschichte eingehen, bringt der Abstecher nach Khura’in trotz etlicher Neuzugänge leider nicht hervor. Nicht wirklich tragisch, bei der langen Reihe sagenhafter Lieder aber zumindest ein wenig schade.


Schicke Zwischensequenzen, Animationen und farbenfrohe Bilder sorgen für visuelle Abwechslung zwischen den optisch doch recht eintönigen Gerichtsverhandlungen.


Wie immer, nur ein wenig mehr

Khura’in mag zwar eine sonderliche Einstellung zu Anwälten oder gar einem handelsüblichen Verfahren haben, im Grunde ähnelt das Gameplay dem der Vorgänger dann aber doch stark – kein großes Wunder, wenn wir ehrlich sind.

Abermals klicken wir uns im Visual Novel-Stil durch die Textbox-Aussagen von Angeklagten, Zeugen sowie Verdächtigen und suchen Widersprüche, die wir mit gesammelten Beweisen gezielt aufdecken können. Viele Fehler dürfen wir uns dabei nicht erlauben – sonst verlieren wir alle unsere Lebenspunkte und der Fall ist frühzeitig beendet.

Zwischendurch erkunden wir dann wieder Tatorte, suchen nach Beweisen, unterhalten uns mit Haupt- und Nebencharakteren und nutzen endlich wieder hilfreiche Instrumente, mit denen wir Fingerabdrücke und andere Spuren ausfindig machen können. Sprich: Capcom hat hier fast alle Gameplay-Elemente der Vorgänger zusammengeschnürt, um für ausreichend spielerische Abwechslung zu sorgen.

Khura’in bietet natürlich auch eigene Bräuche und Sitten, wodurch man sich beispielsweise mit den Divination Séances über neue Mechanismen freuen darf. So seht ihr die letzten Momente des Opfers mit den letzten Sinneseindrücken vergleichen und auch hier Widersprüche finden. Gleiches Prinzip, aber passend präsentiert und fordernd in Szene gesetzt. Im Endeffekt ein Fazit, das sich zum gesamten Gameplay von Spirit of Justice anwenden lässt.


Die geheimnisvollen Divination Séances stellen die Verhandlungen zwar nicht auf den Kopf, sind aber ein ebenso sinnvoller wie auch amüsanter Neuzugang.


Mehr Freiraum für Ermittler

Serien-Fans dürfte auch der kaum vorhandene Wiederspielwert bekannt sein. Ja, natürlich kann man die Handlung erneut erleben – Humor und Spannung funktionieren auch in Runde zwei noch sehr gut –, neue Szenen, Elemente oder Herausforderungen gibt es dabei aber nicht.

Allerdings fühlt sich Spirit of Justice dank gezielter Verbesserungen bedeutend umfangreicher und länger als sein direkter Vorgänger an. So wurde der Schwierigkeitsgrad spürbar erhöht, weshalb wir bereits mehrere Stunden mit dem ersten Fall verbracht und uns dabei einige Fehler erlaubt haben. Zusätzlich fallen Tatortuntersuchungen nun offener aus, lassen uns mehr Freiraum, nehmen uns von der Leine.

So hangeln wir uns von Verhandlung, zur Ermittlung, zu humorvollen Momenten und wieder zur nächsten Verhandlung. Und dank der klasse Akteure, spannenden Fälle, den vielen Gameplay-Momenten und ausreichend Freiheit fühlt sich das Gesamtwerk dadurch ein voller, fetter, umfangreicher an.

Lange Rede, kurzer Sinn: Capcom verbindet mit Spirit of Justice alte und neue Stärken der Reihe und kreiert dabei einen mächtigen sechsten Teil der Hauptreihe, der mit einigen minimalen Abstrichen vollends begeistert. Und bei einem mageren Preis für 29,99€ eigentlich direkt in jede 3DS-Sammlung gehört!



Fazit

Phoenix Wright: Ace Attorney – Spirit of Justice erfindet das Rad des namhaften Franchises nicht neu, kombiniert aber sinnvolle Neuerungen mit altbekannten Tugenden. Und präsentiert sich dadurch also ebenso gelungener wie auch ebenbürtiger Ableger der Reihe.

Neues Setting und brandneue Gameplay-Elemente, gleichzeitig aber auch alte Bekannte, Rückblenden sowie ein erhöhter Schwierigkeitsgrad – jahrelange Fans bekommen im Endeffekt die ultimative Ace Attorney-Kombi geboten, die von Anfang bis Ende bestens unterhält. Und uns endlich wieder mehr Raum für Ermittlungen lässt.

Kleinere Schwächen der Serie konnte Capcom zwar abermals nicht ausbügeln, gravierend fallen diese allerdings zu keinem Zeitpunkt aus. Wer also bereits mit den vielen Vorgänger Freude hatte, muss unbedingt zugreifen. Und die Daumen drücken, dass Part 7 bald folgt. Und eventuell auch eine englische Veröffentlichung von Dai Gyakuten Saiban...

+ packende Handlung mit etlichen Wendungen und aberwitzigen Charakteren
+ neues Setting sorgt für frischen Story-Wind
+ viel Fan-Service
+ schicke Anime-Optik, hübsche Animationen…
+ hervorragender Soundtrack
+ spannende Gerichtsverhandlungen mit verschiedenen Gameplay-Mechanismen
+ offener gestaltete Ermittlungen
+ erhöhter Schwierigkeitsgrad (mit optionalen Hilfestellungen)
+ knapp 12-stündige Handlung

- ...wobei sich letztere gelegentlich etwas zu häufig wiederholen
- Neuerungen halten sich insgesamt in Grenzen

Gesamtwertung: 87%

Name: Phoenix Wright: Ace Attorney – Spirit of Justice
Konsole: 3DS
Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom
Genre: Adventure/Mystery
Preis: 29,99€ (digital)


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