Sakuna: Of Rice and Ruin



  • Deftige Side-Scrolling-Action mit köstlicher Reisbeilage.


    Kartoffeln mit Apfelmus? Ananas auf der Pizza? Bananennektar im Hefeweizen? Absonderliche Essenskombinationen gibt es zuhauf, wobei eine unappetitlicher als die andere klingt. Wirklich erschreckend ist hierbei jedoch die Tatsache, dass sich theoretische Skepsis oftmals schlagartig zu praktischer Begeisterung wandelt.


    Auch in der Videospielwelt machen ambitionierte Indie-Entwickler mit anfangs fragwürdigen Kombinationen auf sich aufmerksam. Beispielsweise das Team von Edelweiss, das actionreiche Side-Scroller-Kost im Odinsphere-Stil mit einer abgespeckten Landwirtschaftssimulation paaren und nach langer Entwicklungszeit im eleganten Japan-Gewand und auf den Namen Sakuna: Of Rice and Ruin getauft für die PS4 und die Nintendo Switch sowie auf Steam veröffentlichen.


    Ob sich Edelweiss bei dieser experimentellen Genre-Mischung vollkommen verschätzt hat oder aus der gewagten Kombination schlussendlich ein gelungenes Gaming-Mahl zaubern konnte, das verraten wir euch in unserem Test.


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    Göttliche Bestrafung


    Sterbliche im Reich der Götter?! Ein Unding! Zum Glück erklärt sich die kleine (und ein wenig vorlaute) Erntegöttin Sakuna übermotiviert bereit, den unliebsamen Gästen gnadenlos den Ausgang zu zeigen. Kleine Problematik: Mit leichtem Schwips hat die selbsternannte Problemlöserin ihre Kräfte kaum unter Kontrolle und bringt eine regelrechte Chaoslawine ins Rollen, mit der sie sich definitiv keine Freunde macht.


    Logisch, dass solch ein Fehlverhalten hart bestraft wird: Nicht nur, dass Sakuna gemeinsam mit den menschlichen Eindringlingen auf eine Insel verbannt wird, hier soll sie sich zudem einer gefährlichen Dämonenarmee stellen und diese unter Einsatz ihrer göttlichen Fähigkeiten aus der Welt schaffen. Diskussionsspielraum wird kleinen Unruhestifterin nicht eingeräumt, wird ihr die erhoffte Rückkehr ins Götterreich doch nur durch das erfolgreiche Überwinden dieser Herausforderung gewährt.


    Zugegeben, kreative Handlungsbäume reißt Sakuna: Of Rice and Ruin trotz einer originellen Prämisse und humorvollen Inszenierung nicht aus. Stattdessen haben sich die Entwickler von Edelweiss scheinbar bewusst entschieden, den narrativen Fokus auf die namensgebende Göttin und ihre Weggefährten zu legen, anstatt bahnbrechende Actionsequenzen oder schockierende Wendungen also lieber unterhaltsame Dialoge und glaubhafte Charakterentwicklung ins Rampenlicht zu stellen.


    Anfangs erschien uns dieses Vorhaben extrem risikoreich, immerhin konnten wir Sakuna und ihren unfreiwilligen Verbündeten nur wenig abgewinnen, stempelten einige sogar direkt als unsympathisch und unbrauchbar ab. Nach den ersten Spielstunden leiteten die Inselbewohner dann jedoch schlagartig die Kehrtwende ein, erzählten beim gemeinsamen Essen emotionale Geschichten aus ihrer Vergangenheit und eröffneten uns damit einen eindrucksvollen Blick in ihre Gedankenwelt, wodurch wir sie urplötzlich und ohne jede Vorwarnung ins Herz geschlossen hatten. Sogar Sakuna machte nach einigen charakterlichen Fehltritten rechtzeitig wertvolle Schritte in die richtige Entwicklungsrichtung.


    Klares Highlight stellt für uns jedoch der liebevolle Umgang mit der japanischen Mythologie dar. Inspiriert von den unzähligen magischen Sagen und Legenden aus dem Land der aufgehenden Sonne, spinnt Sakuna: Of Rice and Ruin eine Vielzahl ungemein spannender Erzählungen zusammen, verpasst ihnen einen individuellen, dabei aber weiterhin respektvollen Touch und verwebt sie elegant in das Gesamtwerk. Ein regelrechter Traum für Japan-Freunde , die mit einem originellen Ausflug in die kulturelle Magiewelt vollends auf ihre Kosten kommen.



    Japanischer Inseltraum


    Damit sind wir jedoch noch lange nicht am Ende der Freudenfahrt angekommen. Anstatt die kulturelle Inspiration nämlich gänzlich auf die Handlungsebene anzuwenden, zieht sich der japanische Charme von Sakuna: Of Rice and Ruin auch durch den technischen Bereich und präsentiert dadurch ein optisch sowie akustisch gleichermaßen bezauberndes Technik-Gemälde, das uns erbarmungslos in seinen Bann zog.


    Stärken wie die mit zahlreichen Effekten versehenen und schick in Szene gesetzten Kämpfe, stabile Framerate sowie liebevolle Charakterdesigns rückten für uns dadurch zunächst in den Hintergrund und überließen der malerischen Inszenierung mitsamt kräftiger Farben das Rampenlicht. Ein wegweisendes Meisterwerk darf man natürlich nicht erwarten, freut sich aber über ein liebevoll zusammengesetztes Japan-Mosaik, das visuelle Langeweile gekonnt vermeidet und höchstens von einigen tristen Landschaften monotone Schnitzer verpasst bekommt.


    Begleitet wird das Ganze von asiatischen Klängen, die auf der variantenreichen Soundskala ruhig-besinnlich und actionreich-hektisch freudig umherspringen und sich jeder Situation fantastisch anpassen. Ohrwurm-Kompositionen suchten wir zwar vergebens, empfanden den Soundtrack aber dennoch als stabilen Unterbau für den anschaulichen Japan-Stil, der vor allem beim abendlichen Erkunden der Insel (inklusive wundervollem Sonnenuntergang) mit entspannenden Naturgeräuschen und leisen Melodien sein volles atmosphärischen Potenzial ausspielen konnte.


    Elegant abgerundet wird das Ganze von vortrefflichen japanischen Sprechern, die eine durchweg überzeugende Leistung abliefern und den emotionalen Facettenreichtum ihres jeweiligen Charakters glaubwürdig vertonen. Optional steht euch auch eine englische Fassung zur Verfügung, die qualitativ ebenfalls zu überzeugen weiß, uns persönlich jedoch eher wie ein Fremdkörper vorkam. Unser Tipp: Das Original gewinnt um eine Nasenlänge, sollte also eure erste Wahl sein.



    Die Waffen einer Erntegöttin


    Friedliche Teezeremonien und besinnliche Haiku-Lesungen braucht ihr trotz der als inszenatorischem Unterbau fungierenden japanischen Kultur jedoch nicht zu erwarten. Bei Sakuna: Of Rice and Ruin stehen Begegnungen mit angriffslustigen Dämonen im Vordergrund, derer sich Sakuna natürlich im Rahmen actionreicher Duelle entledigt.


    Katana, Lanze oder Bogen stehen euch dabei nicht zur Verfügung, stattdessen aber allerlei Gartenwerkzeuge, die problemlos zweckentfremdet werden können. Mit Sense, Sichel oder Spaten verknüpfen wir in feinster Side-Scrolling-Manier leichte, schwere und Spezialattacken zu schmerzhaften Kombos, um neben Gegnerhorden auch hartnäckige Bosse von ihrem irdischen Dasein zu befreien. Altbekannte Genre-Kost.


    Mit ihrem göttlichen Schal verpasst Sakuna dem Ganzen jedoch kämpferische Zusatzwürze. Per Knopfdruck dürft ihr euch nämlich rasant hinter den Feind schwingen und weicht damit nicht nur unliebsamen Gegenangriffen aus, sondern eröffnet euch gleichzeitig eine saftige Kontermöglichkeit, bei der ihr gefährliche Umgebungsobjekte oder gar einen Dämon als tödliches Wurfgeschoss missbrauchen dürft. In puncto Effektivität eine klare Empfehlung, die in Verbindung mit dem rasanten Tempo nicht nur schick anzusehen ist, sondern auch richtig Laune macht.


    Überhaupt schafft es Sakuna: Of Rice and Ruin geschickt, jeglicher Monotonie trotz eines insgesamt recht simplen Kampfsystems alle Wege zu versperren. Immerzu begrüßen wir neue Fähigkeiten in unserem Repertoire oder finden schicke Ausrüstungsgegenstände, die wir sogar mit Verbesserungen versehen dürfen, können unseren Spielstil somit regelmäßig überdenken, verfeinern und um taktische Zusatzelemente erweitern. Dieses variantenreiche Vorgehen verbannt jedoch nicht nur Langeweile, sondern wird gegen einige hartnäckige Endgegner zum Pflichtprogramm – vor allem, wenn man sich nachts in die dämonischen Gebiete wagt und sich hier finsteren Schergen mit Power-Boost stellt.


    Edelweiss macht kein Geheimnis daraus, dass eine Neuerfindung des Genre-Rads nicht forciert wurde, fühlt man sich doch binnen kürzester Zeit an Odinsphere und Co. erinnert. Vielmehr nutzte man die namhaften Genre-Kollegen und erweiterte deren ausgefeilte Spielmechaniken mit eigenen Ideen und Elementen, was sich in der Praxis als geglücktes Unterfangen herausstellt, das einzig von der gelegentlich unglücklichen Kameraführung und einem damit in Verbindung stehenden Übersichtsverlust geschmälert wird.



    Forscherdrang wird belohnt


    Zum monotonen Dauergekloppe verkommt Sakuna: Of Rice and Ruin zum Glück nicht. Auf feindlichem Terrain erwarten euch nämlich nicht nur unterhaltsame Konfrontationen mit dämonischen Widersachern, sondern auch mit zahlreichen Geheimnissen gefüllte Erkundungszüge.


    Hierfür greifen wir neben Sakunas akrobatischen Hüpffähigkeiten auch auf den göttlichen Schal zurück, den wir kurzerhand als Liane verwenden und somit scheinbar unerreichbare Ebenen problemlos erklimmen. Klingt simpel, doch gerade diese kleinen Sprungeinlagen stellen eine willkommene Abwechslung zu den Prügeleien dar und wecken in Verbindung mit allerlei versteckten Schätzen und Ressourcen direkt den Forscherdrang. Einzig die unpräzise Steuerung nagte an unserem Nervenkostüm, fiel der Schal-Einsatz bei den Plattform-Passagen doch oftmals unzuverlässig aus und sorgte damit mehrfach für die unfreiwillige Malträtierung unserer Lebensleiste.


    Tatsächlich sollten selbst Suchfaule stets die Augen offenhalten und verdächtige Areale genauestens unter die Lupe nehmen. Hierbei handelt es sich nämlich nicht etwa um einen optionalen Zeitvertreib, sondern um ein unverzichtbares Element zum Erreichen neuer Schauplätze. Jedes Gebiet konfrontiert euch nämlich mit verschiedenen Aufgaben – darunter beispielsweise das Besiegen vorgegebener Gegner, das Einsammeln bestimmter Bodenschätze oder das Auffinden wertvoller Kostbarkeiten –, deren Erfüllung euren Erkundungslevel erhöhen und neue Bereiche freischalten. Sprich: Wer sich blind auf die Kämpfe konzentriert, verweilt letztlich bewegungslos auf einer Stelle.


    Sakuna: Of Rice and Ruin gestaltet unsere Streifzüge über die Insel herrlich kurzweilig. Stets werden wir dazu animiert, bereits beendete Level zu unterschiedlichen Tageszeiten erneut anzusteuern, um ausstehende Missionen abzuschließen, unseren Ressourcenvorrat aufzufüllen oder einen verpassten Schatz aus dem Boden zu heben. Daraus ergibt sich ein erstklassiger Motivationsfaktor, der zur Halbzeit zwar merklich unter einem Überhand nehmenden Backtracking leidet, jedoch niemals völlig in die Knie geht und selbst dieses Manko bestmöglich vergessen macht.



    Viele Schritte zur landwirtschaftlichen Perfektion


    Nun könnte man mittlerweile fast schon meinen, dass eine Erntegöttin als Protagonistin sowie ihre aus Gartenwerkzeugen bestehende Bewaffnung vollkommen willkürlich gewählt sind – dabei ist das genaue Gegenteil der Fall! Sakuna: Of Rice and Ruin macht den Reisanbau nämlich nicht nur zum Gameplay-Herzstück des Abenteuers, sondern ersetzt damit zugleich das altbekannte RPG-Levelsystem. Statt Erfahrungspunktejagd steht also Feldarbeit auf dem Programm!


    Hierbei erwartet uns jedoch kein simples Minispiel, sondern ein regelrechter Arbeitsdschungel, in dem wir Sakuna durch unser kleines Dorf von Aufgabe zu Aufgabe schwingen müssen und dabei in die Third-Person-Perspektive schalten. Wir bereiten das Feld vor, pflanzen die Samen ein, sorgen für ausreichend Bewässerung und Dünger und entfernen lästiges Ungeziefer sowie Unkraut. Sind wir mit den Reispflanzen zufrieden, werden sie mühsam getrocknet, gereinigt und gedroschen, um schlussendlich den herbeigesehnten Reis bewundern und kosten zu dürfen.


    Ein langwieriger Prozess, der aufgrund unzähliger Nebenelemente taktische Meisterleistungen von uns erfordert. Beispielsweise müssen wir beim Säen auf die korrekten Abstände zwischen unseren Samen achten, stets das Wetter, die Jahreszeit und den Wasserstand im Blick behalten, die richtigen Zutaten für unseren Power-Dünger zusammenstellen und beim finalen Verarbeitungsprozess genauestens überlegen, ob wir weißen oder braunen Reis in Händen haben wollen.



    Der Reis gibt ihr Kraft


    Jeder Schritt sollte mit viel Liebe umgesetzt werden, spielt die Qualität des Endprodukts in Sakuna: Of Rice and Ruin doch eine zentrale Rolle. Stellt ihr euch ordentlich an und liefert hochwertigen Reis ab, freut ihr euch nämlich gleichzeitig über einen enormen Kräfteschub für eure freche Erntegöttin. Dadurch gewinnt der landwirtschaftliche Part einen enormen Motivationsfaktor, können wir unsere Effektivität bei jeder neuen Feldschicht durch erlernte Skills und angeeignetem Knowhow doch konstant steigern und somit gleichzeitig saftige Stärkeboni einfahren, mit denen uns die weitere Inselerkundung enorm erleichtert wird.


    Zugegeben, zusammengefasst klingt dieser Gameplay-Part gnadenlos komplex, dürfte also vor allem Simulationsmuffel postwendend abschrecken. Entwicklerstudio Edelweiss nimmt diese jedoch helfend an die Hand und sorgt mitsamt ausführlichem Tutorial und jederzeit unterstützenden Dorfbewohnern für einen ebenso verständlichen wie auch unterhaltsamen Einstieg in die vielschichtige Welt des Reisanbaus. Tatsächlich verpufft drohende Komplexität rasant, da der Tiefgang beim eigentlichen Prozess überschaubar ausfällt und nur an einigen Stationen mit unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten ausgeschmückt wird. Story of Seasons-Veteranen vermissen dadurch ernstzunehmende Herausforderungen, werden durch die Jagd nach dem perfekten Reiskorn aber immerhin anderweitig animiert.


    Dennoch hätte Sakuna: Of Rice and Ruin an dieser Stelle zusätzliche Varianz vertragen können, kaschiert diesen Makel mit der gelungenen spielerischen Verknüpfung zu den actionreichen Kämpfen allerdings vortrefflich. Eine geglückte Reisproduktion erhöht unsere Kräfte, womit wir weitere Gebiete der Insel wagemutig in Angriff nehmen können, um hier brandneue Ressourcen ausfindig zu machen, diese zum Aufbau unseres Dorfes zu nutzen und dadurch letztendlich unser Farmerqualitäten auf eine völlig neue Stufe bringen. Ein grandioser Kreislauf, der bis zum Abspann bei Laune hält.


    Edelweiss hat sich zudem spürbar ins Zeug gelegt, um die stets spürbare Verbeugung vor der japanischen Kultur auch beim Reisanbau beizubehalten und dieser hohen Kunst mit unverzichtbarem Unterhaltungsfaktor und informativer Faktenflut gerecht zu werden. Ein Vorhaben, das definitiv geglückt ist, verloren wir uns bei der (virtuellen) Feldarbeit doch mehrfach in der friedlichen Atmosphäre und sahen diesen zuvor als unspektakulär-langweilig abgestempelten Prozess anschließend in einem völlig neuen Licht.



    Zwischen Reis- und Schlachtfeld


    Unser Vergleich mit Story of Seasons kommt nicht von ungefähr. Kaum hatten wir den ersten Reis-Kreislauf durchlebt und dafür unseren ersten Power-Boost verdient, waren wir in einem oberflächlich betrachtet langweiligem Landwirtschaftstrott gefangen, aus dem eine Flucht dank einer fantastischen Symbiose aus wohlwollender Leichtigkeit und ernstzunehmender Herausforderung unvorstellbar war.


    Samen lieblos auf das Feld werfen, Wasser hinzugeben und schulterzuckend auf das Endprodukt warten? Von wegen! Jeder unserer Schritte wurde strategisch durchdacht, jede Entscheidung ausgiebig hinterfragt, gravierende Fehler lautstark verflucht. Sakuna: Of Rice and Ruin mag zwar keine Perfektion von euch erwarten, auch ohne ultimative Auslese könnt ihr euch erfolgreich von Boss zu Boss kämpfen und schlussendlich den Abspann genießen. Der eigene Anspruch wird allerdings rasant zum Feind und verwandelt euch zum Möchtegern-Superfarmer, dem gut einfach nicht gut genug ist.


    Ob Edelweiss genau diese leidenschaftliche Flamme in unseren Gamer-Herzen entfachen wollte? Schwer zu sagen. Das Entwicklerstudio war sich jedoch eindeutig bewusst, dass selbst einer Erntegöttin die Feldarbeit ohne jegliche Pausen ziemlich schnell gehörig auf den Senkel gehen würde. Somit avancierten die Märsche durch unerforschte Gebiete und effektreichen Duelle gegen Dämonen zu einem erfrischenden Zeitvertreib, ruhige Gespräche mit unseren Verbündeten zu beruhigendem Balsam für die geschundene Arbeiterseele.


    Nicht alle Gameplay-Elemente von Sakuna: Of Rice and Ruin können ihr vollstes Potenzial entfalten, können dank einer gut durchdachten und enorm engen Verzahnung einen herrlich dynamischen Spielfluss garantieren. Stehen wir auf dem Feld, freuen wir uns bereits auf die nächste Prügelei. Haben wir einige Fieslinge vermöbelt, können wir die kommende Ernte nicht mehr erwarten. Und die spannenden Geschichten beim allabendlichen Gruppenmahl, die stellen eh das ganz große Highlight dar.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Mit einem unüblichen Genre-Mix hat uns Edelweiss zwar nicht grundlegend aus den Schuhen gekippt, ohne jede Frage aber positiv überrascht und stundenlang an die Konsole gefesselt. Nun bleibt zu hoffen, dass der Action-Farming-Funke auch bei der breiten Gamerschaft überspringt und den Franchise-Stein ins Rollen bringt – denn über ein Wiedersehen mit Sakuna würden wir uns wirklich freuen.


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    Fazit


    Action und Landwirtschaftssimulation? Kann das überhaupt funktionieren? Zugegeben: Zu Beginn unseres Tests standen wir dieser Kombination ungemein skeptisch gegenüber und starteten mit einer üblen Vorahnung in unsere göttliche Inselsause.


    Erfreulicherweise erlaubt sich Edelweiss bei Sakuna: Of Rice and Ruin keine derbe Geschmacksverirrung, serviert uns mit dieser zunächst eigentümlich anmutenden Mischung anstatt eines halbgaren Rohrkrepierers also ein durchweg unterhaltsames Abenteuer mit schickem Alleinstellungsmerkmal, das von malerischer Optik, fetzigen Kämpfen, einem vielschichtigen Reisanbau sowie wundervoll ins Gesamterlebnis eingeflochtene japanische Mythologie geschmacklich famos abgerundet wird.


    Sicherlich mag es dem Action-Part an nennenswerten Innovationen mangeln, während unsere landwirtschaftlichen Ausflüge eine Prise mehr Tiefgang und im späteren Verlauf auch Abwechslungsreichtum vertragen hätten. Letztlich fungieren diese beiden Gameplay-Säulen jedoch als gegenseitige Stütze und können das ambitionierte Gesamtwerk trotz kleinerer Schwächen problemlos tragen und mit unvergleichlichem Charme und fantastischer Dauermotivation versehen.


    Sakuna: Of Rice and Ruin bleibt uns somit als köstliches Gericht in Erinnerung, bei dem ein Nachschlag in Form eines weiteren Gaming-Marathons regelrecht vorprogrammiert ist. Natürlich inklusive unverzichtbarer Reisbeilage.

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