Full Metal Panic Vol.1

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    Handlung

    Oberflächlich betrachtet scheint Kaname Chidori eine ganz normale und beliebte High School Schülerin zu sein. Das Problem ist, dass sie keine Ahnung hat, wie beliebt sie ist. Sie weiß nämlich nicht, dass eine Gruppe von Terroristen glaubt, sie besäße die Kraft des Geflüsterten / Die Flüsterer und deshalb vorhat, sie zu entführen.

    Der junge Sousuke Sagara, ein Agenten-Ass der geheimen Anti-Terror Organisation Mithril, tritt auf den Plan. Wird er Kaname schützen, sie dabei aber über die Situation im Dunkeln lassen können? Oder wird Kaname ahnen, dass mit diesem verqueren, wild entschlossenen und kriegsbegeisterten Schulkameraden etwas nicht stimmt?

    Mecha-Action der Extra-Klasse! Doch kann das auch 2015 noch überzeugen?

    Full Metal Panic! kann man definitiv nicht als aktuelle Veröffentlichung bezeichnen. Immerhin flimmerte die bleihaltige Mecha-Action bereits 2002 über die japanischen Bildschirme und ist somit für viele wahrscheinlich bereits in der Versenkung verschwunden. Zu unrecht! Denn noch heute kann die Handlung rund um Sergeant Sousuke Sagara und Schülerin Kaname vollends punkten!

    In erster Linie ist das der hervorragenden Balance aus Action und Humor zu verdanken, die durch den als Rahmenhandlung dienenden Undercover-Einsatz Sagaras entsteht. Sobald sich dieser inmitten des Schulalltags nämlich seiner militärischer Erfahrung bedient, sind Lacher regelrecht vorprogrammiert - und wirken zudem niemals krampfhaft erzwungen!

    Das liegt natürlich auch an den starken Protagonisten, die mit ihren grundverschiedenen Eigenarten und Persönlichkeiten eine unglaublich starke Sympathie ausstrahlen. Bereits nach kurzer Zeit hat man Kaname und Sousuke in sein Herz geschlossen und bekommt im Laufe der 12 Episoden dann auch noch neue Facetten präsentiert, die immer wieder aufs Neue überraschen.

    Wer bei Full Metal Panic! nun allerdings puren Humor erwartet, der hat sich geschnitten! Neben den lustigen Momenten kommen nämlich auch geladene Waffen und schlagkräftige Roboter zu Wort, die natürlich allesamt auf Krawall gebürstet sind. Und gerade in diesen Szenen wird die Handlung plötzlich ein wenig düsterer, verliert allerdings nicht seinen humorvollen Charakter - driftet dabei aber auch nicht ins Lächerliche ab. Eine Kunst, die nur sehr selten gelingt!

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    Vollends loben kann man die ersten 12 Episoden von Full Metal Panic! jedoch nicht. In erster Linie liegt das am hektischen Handlungsablauf, der weitere Schwächen mit sich zieht. Viel Zeit für die Charakterentwicklung lässt man sich nämlich nicht, plötzliche Entscheidungen oder Gefühlsumbrüche geschehen ohne große Erklärungen, wirken stellenweise sogar wie ein simples Mittel zum Zweck.

    Problematisch wird das Ganze vor allem wegen der bereits erwähnten Genre-Mischung. Wenn man nämlich Humor, Action und Liebe unter einen Hut kriegen möchte, bleibt logischerweise nicht viel Zeit. Und diese hätte man bei dieser etwas komplexeren Handlung einfach gebraucht.

    Wir hoffen, dass Full Metal Panic! diesen Negativpunkt in der zweiten Serienhälfte in die Griff kriegt. Denn dann steht dem ultimativen Unterhaltungswert nichts mehr im Weg!

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    Bild

    Eingestaubt? Farblos? Überholt? Drei Worte, die definitiv nicht auf Full Metal Panic!zutreffen! Trotz des hohen Alters kann sich der Anime nämlich weiterhin sehen lassen und punktet dabei nicht nur mit einem ansprechenden Charakter- und Mecha-Design, sondern auch mit starken Farben und schicken Animationen.

    Letztere kommen höchstens bei den Roboterkämpfen stellenweise ein wenig ins Wanken und wirken vor allem zu Beginn der Serie ein wenig hölzern, fangen sich im weiteren Verlauf jedoch und erreichen rechtzeitig vollendete Perfektion.

    Leider kann man selbiges nicht von den eingeflochtenen CGI-Effekten behaupten. Diese standen 2002 nämlich noch relativ am Anfang ihrer Entwicklung und wirken durch die starke Abhebung von den handgemachten Zeichnung stellenweise etwas deplaziert. Zum Glück hält sich der Einsatz des Computerhelfers aber in Grenzen, weshalb man mit dieser optischen Schwächen nicht oft genug konfrontiert wird, um den Gesamteindruck dadurch zu zerreißen.

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    Sound

    Es ist selten vorgekommen, dass wir von der japanischen Sprachausgabe eines Animes enttäuscht waren. Und auch Full Metal Panic! bildet an dieser Stelle keine Ausnahme. Denn mit starken Sprechern und emotional vorgetragenen Dialogen fallen die actionreichen sowie die humorvollen Szenen gleichermaßen glaubwürdig aus und lassen keinerlei Raum für Kritik.

    Bei der deutschen Fassung lassen sich die gleichen Stärken vermerken - hierzu gesellt sich allerdings noch der Wiedererkennungswert der Synchronstimmen! Ob nun Marius Clarén, Melanie Hinze oder Marie-Luise Schramm: Film- und Animekenner durften im Laufe ihrer Hobbykarriere sicherlich bereits in den Genuß der bekannten Stimmen kommen. Und auch bei Full Metal Panic! braucht man sich nicht vor unschönen Überraschungen zu fürchten.

    Einzig Fans des japanischen Originals wird der schwache Dolby Digital 2.0-Ton sauer aufstoßen, der vor allem während der Mecha-Fights auffällt. Immerhin präsentiert sich die deutsche Variante mit 5.1-Sound stärker und rundet das Klangerlebnis somit elegant ab.

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    Extras

    Postkarten-Set

    Tatsächlich haben wir beim Bonusmaterial nicht viel erwartet - immerhin liegt die Erstveröffentlichung bereits mehr als ein Jahrzehnt zurück. Dass wir dann beim Endprodukt jedoch gar keine Extras vorfinden, das ist dann leider doch etwas enttäuschend.

    Während wir bei Full Metal Panic! nämlich noch auf Interviews oder andere Hinter den Kulissen-Videos verzichten können, hätten wir uns zumindest über japanische TV-Spots, Blank In- und Outros oder andere altbekannte Boni gefreut. Fans erhalten immerhin drei schicke Postkarten, die zwar nur teilweise entschädigen, sich neben dem wertig anmutenden Schuber dann aber doch sehr gut machen.

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    Fazit

    Obwohl der Zahn der Zeit bereits an Optik und Sound genagt hat und der Neupreis mit knapp 60€ recht happig ist, kann man Full Metal Panic! vor allem Fans locker leichter Mecha-Action nur empfehlen! Denn mit einer ordentlichen Prise Humor, sympathischen Charakteren sowie gekonnt in Szene gesetzten Roboterduellen können selbst die marginalen Schwächen leicht übersehen werden - sofern man Genrefan ist!

    Wer also das nötige Kleingeld beisammen und Lust auf ein solches Gesamtpaket hat, der sollte sich die erste Volume von Full Metal Panic! direkt anschaffen und bereits mit Vorfreude auf die nicht minder spannende Fortsetzung schielen!

    Name: Full Metal Panic Vol.1
    Verleih: Nipponart
    Bild: 1,33:1 (4:3)
    Ton: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
    Sprachen: Deutsch, Japanisch
    Untertitel: Deutsch
    Laufzeit: ca. 300 Minuten
    Freigegeben ab: 16 Jahren

    Für alle in diesem Test verwendeten Bilder gilt: © Shouji Gatou - Shikidouji / MITHRIL

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