Gangsta. Vol.1

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    Handlung

    Wenn die Polizei nicht mehr weiter weiß, müssen härtere Typen zu den Waffen greifen. Das ist der Moment, in dem Nicolas und Worick auf der Bildfläche erscheinen - und ordentlich austeilen!

    Worick und Nicolas betreiben einen Dienstleistungsservice. Ihr Hauptgeschäft besteht darin, mit dem Gesindel der Stadt aufzuräumen, denn davon gibt es in Ergastulum mehr als reichlich. Die Stadt wird von vier großen Mafia-Clans kontrolliert, die auch die Polizei unter ihrer Fuchtel haben. Als sich eine neue Bande in die Geschäfte der Stadt einmischt, werden Worick und Nicolas beauftragt, sie aus dem Weg zu räumen.

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    Gangsta. erzählt von den alltäglichen Eskapaden der Handymen Nicolas und Worick und konzentriert sich hierbei nicht primär auf deren packende Duelle mit fiesen Gangster, sondern legt eher Wert auf die Charakterdarstellung beider Protagonisten sowie ihrer Beziehung zueinander.

    Tatsächlich liegt hier auch die größte Faszination der ersten drei Folgen. Zwar wissen auch die dezent eingebauten Actionsequenzen zu gefallen, rücken in Anbetracht der Dialoge und Interaktionen der Helden jedoch eher in den Hintergrund. Kein Problem: Immerhin bekommt man mit dem gehörlosen Nicolas sowie dem charmanten Worick wirklich interessanten Hauptfiguren spendiert.

    Doch auch die weitere Charakterriege braucht sich nicht zu verstecken. Ob nun die ehemalige Prostituierte und nun Handymen-Helferin Alex, der nicht auf den Mund gefallene Arzt Theo oder der tapfer für das Gute kämpfende Inspector Chad Adkins - jeder nimmt seine feste Rolle im Gangsta.-Universum ein und bleibt dank vieler Facetten stets spannend. Vor allem im Zusammenspiel mit den anderen Charakteren.

    Allerdings birgt die starke Konzentration auf Nicolas, Worick und Co. gelegentlich auch eine kleine Schwäche. Zwar wird hier mit Problemen, humorvollen Einlagen und teils sogar düsteren Themen für durchgehend gute Unterhaltung gesorgt, die Anzahl an Kämpfen kam uns in den ersten drei Folgen jedoch ein wenig zu niedrig vor, einige Duelle dann auch leider etwas zu unspektakulär.

    Diesen Umstand wollen wir bei Volume 1 aber einfach der wichtigen Etablierung der Handymen und ihrer Partner ankreiden. Und bleiben optimistisch gestimmt, das bereits der nächste Part Verbesserung liefert.

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    Bild

    Wir waren immer schon große Fans von Studio Manglobe. Immerhin wurde mit Deadman Wonderland und Samurai Champloo bereits mehrfach bewiesen, dass hier wahre Talente am Werk sind, die viel Zeit und Liebe investieren. Kein Wunder also, dass man das Gleiche auch von Gangsta. behaupten kann.

    Ins Auge stechen hierbei vor allem die detaillierten Charaktermodelle. Vor allem Worick und Nicolas erfreuen sich vieler Besonderheiten, die in Verbindung mit dem markanten Stil der Manga-Vorlage hervorragend zur Geltung kommen und auch bei Nahaufnahmen eine gute Figur machen. Auch die aufwendig dargestellte Gebärdensprache hat uns beeindruckt: so wurden hier nicht einfach wahllose Fingerzeichen hingeknallt, sondern ausreichend recherchierte Dialoge in Szene gesetzt.

    Leider merkt man Gangsta. dadurch aber die Verlegung des Schwerpunkts an. Ja, die Charaktere sehen fantastisch aus, ebenso wie die Gebärdensprache. Dafür mangelt es die Hintergründen und stellenweise auch den Animationen an ausreichenden Details, wodurch diese gelegentlich unausgereift oder gar trist wirken. Dadurch fehlt es auch einigen Kampfsequenzen am notwendigen Pepp, was den fehlenden Feinschliff klar erkennbar macht.

    Zum Glück überwiegen die Stärken und gewinnen dank einer starken Blu-ray-Umsetzung an zusätzlicher Power. Dennoch drücken wir die Daumen, dass Volume 2 die grafische Qualität in puncto Hintergründe noch ein wenig nach oben schrauben kann.

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    Sound

    In puncto Musikuntermalung passt sich der Soundtrack hervorragend den beiden Säulen von Gangsta. an, wodurch Konversationen von leisen, Kämpfe dafür von lautstarken Melodien begleitet werden. Sagenhafte Kompositionen bleiben zwar aus, zum Gesamtbild passend sind sie aber allemal.


    Die japanische Sprachausgabe besticht mit einer perfekten Sprecherwahl. Allen voran beeindruckt die glaubhafte Präsentation von den wenigen Worten, die Nicolas im Laufe der ersten Episoden von sich gibt. Doch auch Woricks Sprecher gibt sich hörbar viel Mühe und bildet einen notwendigen Konterpunkt zum ruhigen Nicolas.

    An diese hohe Niveau kann die deutsche Synchronisation leider nicht ganz heranreichen. Das liegt allerdings nicht an den beiden Hauptsprechern Mike Carl und Gerhard Jilka, die mit einer grandiosen Leistung positiv auffallen. Es ist die Leichtigkeit, die coolen Sprüche, die lockere Art, die das japanische Original auszeichnet. Diese Punkte lassen sich leider nur schwer übertragen - tun dem Gesamterlebnis aber auch in der deutschen Variante keinen Abbruch.

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    Extras

    Booklet
    Postkarten


    Enttäuschend. Wirklich! Immerhin hätten wir uns nach den ersten drei Folgen von Gangsta.wirklich sehr über einen Blick hinter die Kulissen, ganz besonders aber über spannende Fakten rund um das Thema Gebärdensprache gefreut.

    Immerhin verhindert Nipponart (abermals) einen Totalausfall und verschafft mit einem zusätzlichen Booklet Abhilfe. Neben Charaktervorstellungen findet man hier ausgewählte Storyboards, mit denen die besondere Kommunikationsform im Anime zu Leben erweckt wurde.

    Anschließend erwartet euch noch ein kleines Faltposter, das sich an der Wand zwar gut macht, über das Bonusmaterial aber kaum hinweghilft. Dafür können sich Sammler immerhin die Limited Edition und somit auch einen schicken Sammelschuber nach Hause holen. Kann ja nie schaden.

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    Fazit

    Man muss mit den richtigen Erwartungen an Gangsta. herangehen. Erwartet man nämlich einen dreckigen Action-Anime mit brachialen Fights und massenweise Blut, wird man schwer enttäuscht. Erwartet man dagegen interessante Charaktere mit einer leicht düsteren Rahmenhandlung sowie prägnanten Actionmomenten, ist man hier genau richtig. Und bekommt mit den ersten drei Folgen ein perfektes Gesamtpaket geliefert.

    Und obwohl Bild sowie Sound kleinere Schwächen aufweisen und auch das Bonusmaterial definitiv viel Luft nach oben besitzt, kann man mit der ersten Volume von Gangsta. nicht viel falsch machen. Wenn man sich diese eben mit den richtigen Erwartungen in die heimische Sammlung holt.

    Name: Gangsta. Vol.1 [Blu-ray]
    Verleih: Nipponart
    Bild: 1,85:1 (1080p)
    Ton: DTS-HDMA 5.1, PCM 2.0
    Sprachen: Deutsch, Japanisch
    Untertitel: Deutsch
    Laufzeit: ca. 90 Minuten
    Freigegeben ab: 16 Jahren

    Für alle Bilder in unserem Test gilt:
    © Kohske/SHINCHOSHA GANGSTA. COMMITTEE

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