My Hero One's Justice 2



  • Das perfekte Superhelden-Feuerwerk für Fans


    Superhelden, übermenschliche Kräfte, explosive Fights – Keine Frage, My Hero Academia ist für einen rasanten Arena-Fighter regelrecht geschaffen!


    Entwicklerstudio Byking hat mit My Hero One's Justice 2018 sogar schon den perfekten Videospielbeweis geliefert und will das Ganze mit dem Nachfolger nun toppen.


    Doch ob My Hero One's Justice 2 tatsächlich versteckte Superkräfte aktivieren kann oder an dieser gigantischen Herausforderung direkt zerbricht, das verraten wir euch in unserem Test!



    Never change a running system


    Wenn es funktioniert, dann man muss man es auch nicht reparieren. Eine Weisheit, die Entwickler Byking bei My Hero One's Justice 2 sichtbar auslebt. Immerhin orientiert man sich stark am grundlegenden Spielprinzip des Vorgängers und heißt Fans direkt im altbekannten Superhelden-Alltag willkommen.


    Erbitterte Super-Fights im feinsten Arena-Fighter-Stil stehen somit an der Haupttagesordnung. Dabei steuert ihr euren favorisierten Helden (oder auch Bösewicht) und sorgt mit rasant ausgeführten Schlag-Tritt-Kombos für wuchtigen Schaden, wobei man beim offensiven Ansturm logischerweise auch die schützende Defensive in Form rettender Ausweichmanöver nicht vergessen darf.


    Die individuelle Macke eures Kämpfer wird dabei zum besonderen Kernelement. Via Knopfdruck nutzt ihr die einzigartige Superkraft eures Helden und könnt diese zum Teil eurer schmerzhaften Kombo machen. Setzt ihr dann auch noch einen eurer Plus-Ultra-Moves – letztlich eure ultimativen Attacken – ein, könnt ihr eurem Gegner ein schönes Stück Lebensleiste abknabbern.


    Das Kampfsystem fällt abermals überraschend zugänglich aus und ermöglicht trotz hohen Tempos vollzeitige Kontrolle, die nur durch gelegentliche Kameraprobleme ins Wanken gerät. Hoher Spielspaß ist somit regelrecht vorprogrammiert, wobei die ausgearbeiteten Kräfte der Helden- und Schurken-Riege für angenehme Varianz und ausreichend Experimentierspielraum sorgen.



    Schritt für Schritt zum Superhelden


    Während anfängliche Kämpfe mit diesen Grundlagen problemlos zu bewältigen sind, fallen spätere Konfrontation erheblich härter aus. Zum Glück liefert My Hero One's Justice 2 weitere Elemente, um euch noch tiefer in die Duelle eintauchen zu lassen.


    Beispielsweise lohnt es sich, die Angriffsliste näher unter die Lupe zu nehmen und verschiedene Standard- und Spezialangriffe zu einer möglichst langen, das Kampfgeschehen auch gerne in die Lüfte verfrachtende Super-Kombo zu verknüpfen. Immerhin schlägt man so zwei Fliegen mit einer Klappe: Viel Schaden, weniger Kontermöglichkeiten.


    Zusätzlich dürfen wir zwei Begleiter an unsere Seite holen, die zwar nicht als spielbare Alternative spontan einspringen dürfen, auf Knopfdruck allerdings kurzzeitig auf dem Schlachtfeld erscheinen und mit einem Move für (Un-)Recht und Ordnung (Chaos) sorgen darf. Besonders empfehlenswert, wenn ihr dann mal doch in einen gegnerischen, schier endlosen Konter geratet.


    Wichtig ist auch, sich mit der jeweiligen Spielfigur auseinanderzusetzen und sie kennenzulernen. Grundlegend spielen sich zwar alle ähnlich, weisen aber beispielsweise in puncto Geschwindigkeit gerne einige gravierende Unterschiede auf. Während sich mit Izuku also beispielsweise das blitzschnelle Ausweichen anbietet, solltet ihr als Fat Gum auf gezielte Blocks setzen.


    Letztlich gelingt My Hero One's Justice 2 eine erstklassige Balance aus Tiefe und Zugänglichkeit, wodurch Überforderung ein Fremdwort bleibt, das Kampfsystem allerdings auch nicht in die Geschichte eingehen wird. Fans kommen also auch in der zweiten Runde in puncto Superhelden-Fights vollends auf ihre Kosten und können sich somit zumindest virtuell anmutig den Heldenumhang umwerfen.



    Direkt ins Fan-Herz


    Fans kommen bei My Hero One's Justice 2 prinzipiell vollends auf ihre Kosten. Immerhin hat Entwickler Byking auch in puncto Inszenierung die Rosinen aus dem Vorgänger entnommen und diese dem schmackhaften Teig der Fortsetzung beigefügt.


    Dadurch wird der Anime-Look erstklassig eingefangen: Charaktermodelle erfreuen sich all ihrer einzigartigen Besonderheiten, der Einsatz der übermenschlichen Superkräfte fällt optisch opulent aus. In Kombination mit dem rasanten Tempo und zerstörbaren Umgebungen wird das ultimative Helden-Feeling transportiert, Fans dürfen somit virtuell ordentlich die Muskeln spielen lassen.


    Leider kann My Hero One's Justice 2 nicht in allen Disziplinen überzeugen. Neben teils unschön detailarm ausgefallenen Schauplätzen sind es zudem auffällige Ruckler, die sich zwar nur in besonders bildschirmfüllenden Effekt-Momenten bemerkbar machen, das Geschehen hierbei allerdings auch in den einstelligen fps-Bereich rutscht.


    Während diese Kritikpunkte noch verschmerzbar sind, gestaltet sich die weiterhin spärliche Inszenierung der Handlung weiterhin als Dorn im Auge. Anstatt auf schicke Zwischensequenzen und dynamische Konversationen zu setzen, läuft das Ganze weiterhin in Standbildern ab. Zugegeben im thematisch passenden Comic-Panel-Stil, mehr Bewegung hätten wir uns dennoch gewünscht.



    Keine Neulinge erwünscht


    Damit kommen wir direkt zur (weiterhin) größten Schwäche von My Hero One's Justice 2: Der deutlichen Zielsetzung, eingeschworene Fans um jeden Preis glücklich zu machen. Und wenn man dafür Neueinsteiger gnadenlos auf der Strecke lässt.


    Bestes Beispiel ist der Story-Modus. Ohne große Einleitungen wird man direkt an das Ende des Vorgängers geworfen, beginnt also nach dem ultimativen Showdown zwischen All Might und One For All. Fans werden sich freuen, darf man sich nun immerhin bis zum fulminanten Mega-Battle gegen Overhaul durchkämpfen und dabei mit allerlei Helden gegen zahlreiche Rivalen antreten.


    Neueinsteiger blicken hier allerdings nicht durch. Niemand wird vorgestellt, vorherige Ereignisse werden maximal kurz angeschnitten, die Zwischensequenzen rasen regelrecht vorbei und konzentrieren sich auf die oberflächlichen Grundinformationen. Bei einer Fortsetzung nun keine erschreckende Erkenntnis, etwas mehr Zeit und Mühe hätte man in den Story-Modus dann aber doch investieren dürfen.


    Die klaren Sieger bleiben in dieser Form definitiv die Fans. Diese bekommen nämlich nicht nur einen linearen Story-Strang spendiert, sondern dürfen sich zusätzlich durch zahlreiche Nebenszenarien und sogar den Schurken-Part kämpfen, der die bereits erlebte Handlung von der bösen Perspektive betrachtet.



    Kämpferischer Umfang


    My Hero One's Justice 2 ist von der ersten Spielminute an ehrlich und spart sich das Erkunden einer offenen Spielwelt, versteckte Sammelgegenstände oder anderen nebensächlichen Schnick-Schnack. Epische Superhelden-Kämpfe stehen hier jederzeit im Mittelpunkt.


    Immerhin darf man sich hier über zahlreiche Modi und To-Dos freuen. So bietet euch jede Story-Mission optionale Nebenziele, deren Erfüllen coole Ausrüstungsteile und Mode-Accessoires für eure Kämpfer freischalten. Diese dürft ihr auch im Shop käuflich erwerben und verdient euch die passende Währung durch anschauliche Leistungen auf dem Schlachtfeld.


    Die My Hero Academia-Helden und -Fieslinge nach eigenem Wunsch optisch anzupassen und mit teils abgedrehtem Zubehör auszustatten macht verboten viel Laune und eröffnet Fans kreativen Spielraum. Overhaul mit farbenfrohen Klamotten und lustigem Hut einen liebenswerten Look zu verpassen – einfach nur sagenhaft!


    Abseits der kleinen Fashion-Show warten allerdings mehr Kämpfe auf euch. Im Training perfektioniert ihr eure Moves, stellt euch im Arcade-Modus einer Reihe stets hartnäckiger werdender Feinde oder sorgt im Missions-Modus als Leiter einer Superhelden-Agentur in der Stadt für Recht und Ordnung. Keine Sorge, hinter den vielen verfügbaren Missionen stecken – natürlich – erbitterte Fights, denen ihr euch mit rekrutierten Weggefährten stellen dürft.


    Sicherlich kann man My Hero One's Justice 2 mit dem Fokus auf den Gameplay-Kern mangelnde Varianz unterstellen, die temporeichen und spielerisch abwechslungsreich gestalteten Rangeleien verlieren jedoch auch nach vielen Spielstunden kaum an Spielspaß, lassen diesen Kritikpunkt also schnell verklingen. Keine Überraschung also, dass mit dem Online-Modus wochenlange Superhelden-Unterhaltung garantiert ist – immerhin darf man hier seine Fähigkeiten wirklich unter Beweis stellen und freut sich über einen stabilen Netcode ohne nervtötende Ruckler.



    Fazit


    Mehr Helden und Bösewichter, imposant in Szene gesetzte Suoer-Fights und ein stattlicher Umfang: My Hero One's Justice 2 orientiert sich fast nahtlos am gelungenen Vorgänger und bringt Fan-Herzen somit erneut zum Explodieren.


    Sich als Izuku, All Might, Overhaul oder Sir Nighteye die Superkräfte um die Ohren zu hauen und dabei (zugegeben karge) Landstriche dem Erdboden gleich zu machen, garantiert beste Arena-Fighter-Unterhaltung. Und bietet mit freischaltbaren Outfits und Accessoires dann noch die herrliche Möglichkeit, favorisierte Charaktere optisch gehörig aufzupeppen.


    Abseits turbulenter Kämpfe und viel Fan-Service gibt es allerdings wenig zu entdecken. Sehr zum Leidwesen völliger Serien-Neulinge, denen der angenehme Eintritt in die Superhelden-Welt durch den spärlich inszenierten Story-Modus von Beginn an gnadenlos verwehrt wird. Und die sich dadurch trotz amüsanter Duelle stärker an der sprunghaften KI sowie einigen Rucklern stören.


    Fans werden an My Hero One's Justice 2 trotz wirklich nennenswerter Neuerungen also ebenfalls nicht vorbeikommen – mehr Kämpfer und mehr Content sei Dank! Alle anderen investieren lieber in die Manga-Reihe und lesen sich zunächst in die Superhelden-Welt ein.

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