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Mario Kart World

  • Dante
  • 14. Juni 2025 um 21:35
  • 0 Kommentare
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Ein rasanter Racing-Start in das Zeitalter der Nintendo Switch 2.

Für wahre Gamer ist die Anschaffung einer brandneuen Konsole nicht einfach nur eine finanzielle Investition, kein undurchdachter Spontankauf, den man bei einer gemütlichen Shopping-Tour tätigt. Es ist der gewichtige Schritt in eine fremde, aber vielversprechende Videospielgeneration, die mit zahlreichen Versprechungen und Innovationen einen spannenden Blick in eine glänzende Zukunft voller beeindruckender Pflichttitel und unvergleichlicher Erlebnisse gewährt. Weshalb ich dieses vielschichtige Gefühl so gut in Worte fassen kann? Nicht nur, weil ich es im Laufe der letzten Jahrzehnte mehrmals spüren durfte, sondern weil es mit dem Kauf und dem Erhalt der Nintendo Switch 2 in diesem Jahr noch enorm stark in meinem Erinnerungszentrum nachhallt.

Wer sich jemals eine Konsole zum Launch angeschafft hat, weiß natürlich ganz genau, dass diese nicht einfach nur als schicke Dekoration und unfreiwilliger Staubfänger fungieren, sondern auch starke Games abspielen soll. Dementsprechend ist ein grandioses Line-Up zum Start Pflicht, um nicht nur die Hardcore-Anhänger, sondern auch den Mainstream zu beeindrucken. Und obwohl Nintendo in dieser Hinsicht verstärkt auf Remaster und Ports gesetzt hat, gibt es dann eben doch dieses eine wahre Highlight, das ohne große Mühen ein „Das muss ich unbedingt haben“-Feeling weckt: Mario Kart World!

Das fantastische Racing-Gameplay des direkten Vorgängers inklusive spannender Verbesserungen? Zahlreiche mit unvergleichlichem Spielspaß gefüllte Modi? Eine stattliche Fahrerauswahl mit vielen bekannten Gesichtern? Und nun auch eine offene Spielwelt, die zum Erkunden einlädt? Da möchte man doch direkt lautstark Shut up and take my money herausbrüllen. Doch ob all diese Elemente auch in der Praxis passend ineinandergreifen oder Nintendo mit dem wichtigsten Launch-Titel der neuen Konsole eher eine kleine Enttäuschung ins Rennen schickt, verrate ich euch im Test.

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Ein Segen für jeden Videospielabend

Es ist eine ganz besondere Art der Videospielmagie, wie sie nur Nintendo mit der seit 1992 bestehenden Mario Kart-Reihe heraufbeschwören kann. Dabei klingt das Gesamtkonzept auf dem Papier recht eindimensional, simpel und vor allem in der heutigen Gaming-Landschaft innovationslos: Einfach einige bekannte Gesichter hauseigener Serien in Karts packen, sie über eine Reihe farbenfroher Strecken donnern lassen und mit verschiedenen Items für zusätzliches Chaos sorgen. In der Praxis entfesselte aber jeder neue Ableger ein sagenhaftes Spielspaßfeuerwerk, dessen Wirkungskraft sich nicht nur über etliche Jahre erstrecken konnte, sondern das zugleich für das Festigen, aber gelegentlich auch für das Beenden wundervoller Freundschaften verantwortlich sein dürfte.

Dementsprechend animierte mich auch Mario Kart World dazu, meinen üblichen Testablauf ausnahmsweise auf den Kopf zu stellen und mich dieser Magie hinzugeben. Würde ich mich normalerweise allein mit einem neuen Titel beschäftigen und mir alle relevanten Aspekte ganz genau anschauen, startete ich zum Release eine ausgelassene Racing-Sause mit meinen Freunden, um die ersten Runden in einer gut gelaunten Gruppe zu drehen. Ein voller Erfolg, animierte uns der gewohnt hohe Unterhaltungsfaktor doch zu lautstarkem Gelächter, mit dem man spielend leicht den Zorn der Nachbarschaft heraufbeschwören könnte.

Dass bei diesem Abend nicht etwa niederschmetternde Enttäuschung, sondern durchweg ausufernde Freude dominierte, ist der hervorragenden Zugänglichkeit zu verdanken. Obwohl die anwesende Gruppe aus langjährigen Kart-Freunden und vollkommenen Fahranfängern bestand, konnten sich wirklich alle problemlos ins Geschehen stürzen und das Ziel (mehr oder minder erfolgreich) passieren. Sicherlich sorgte spielerische Erfahrung dabei für kleinere Vorteile, eine unschlagbare Dominanz war allerdings nur selten vorzufinden – selbst der eindeutige Favorit unserer Runde konnte durch gekonnten Item-Einsatz, durchdachte Zusammenarbeit und unvorhergesehene Ausrutscher aus der Bahn geworfen und auf die hinteren Plätze verbannt werden.

Dass Kenner direkt durchstarten können, ist auch der starken Orientierung an der Steuerung des direkten Vorgängers Mario Kart 8 Deluxe zu verdanken. Obwohl gewisse Feinheiten des Handlings nachjustiert wurden und somit zumindest eine kurze Umgewöhnungsphase eingeplant werden sollte, fühlt sich das Ganze einfach vertraut, einfach richtig an. Und spätestens, wenn man sich als Erstplatzierter der Ziellinie nähert und das Rennen nach einem regelrechten Item-Bombardement dann doch plötzlich als geschlagener Letzter vollenden muss, wird das altbekannte, wundervolle Gefühlswirrwarr aus Freude, Frustration, Wahnsinn und Wiederholungsdrang wiedererweckt.

Per Grind zum Tempo-Boost

Auf langwierige Tutorials oder Trainings-Modi verzichtet Mario Kart World komplett und schubst mich einfach ins Geschehen, was aufgrund des zugänglichen Gameplays und meiner bisherigen Erfahrung mit der Reihe außerordentlich gut funktionierte. Doch auch Neueinsteiger werden dieser Entwicklerentscheidung sicherlich nicht mit Wut begegnen, sondern die gemütlichen Einstiegsrunden auch ohne ausgefeiltes Knowhow (fast) unbeschadet und vielleicht auch auf einem Podestplatz meistern. Learning by doing lautet hier die Devise, die aufgrund der fröhlichen und durchweg harmonischen Inszenierung bestens umgesetzt werden kann und das Eintauchen in die Racing-Details erfreulich angenehm gestaltet.

Lassen sich die Rennen gegen computergesteuerte Kontrahenten mit einfach Lenkmanövern und perfekter Fahrkontrolle noch gut meistern, sollte man beim Stelldichein mit menschlichen Rivalen allerdings unbedingt einen Gang höherschalten, um beeindruckende Ergebnisse zu erzielen. Hier darf man dann in die Trickkiste aus Mario Kart 8 Deluxe greifen und mit Sprüngen und Drifts wichtige Geschwindigkeitsschübe aktivieren, die oftmals sogar über Sieg und Niederlage entscheiden können. Klingt simpel, verlangt in der Praxis jedoch ein wenig Übung, das richtige Timing und vor allem im Eifer des hektischen Renngefechts auch ein gewissen Fingerspitzengefühl, ohne das ein ambitionierter Drift-Versuch gerne mal in einem unfreiwilligen Wandklatscher endet.

Allerdings reaktiviert Nintendo nicht nur das bereits vorhandene Repertoire, sondern erweitert dieses auch mit zwei völlig neuen Funktionen, die mich zunächst an meine virtuellen Skateboarding-Versuche erinnert haben: Wallrides und Grinds. Damit lassen sich schienenartige Objekte und Wände kurzerhand zum Teil der aktuellen Rennstrecke umfunktionieren und ebenfalls zum Aktivieren eines zusätzlichen Boosts nutzen. Natürlich setzt die erfolgreiche Umsetzung dieses Manövers ebenfalls ein gewisses Können voraus, das mit einer gewissen Einarbeitungs- und Lernphase verbunden ist und vor allem bei den ersten Versuchen gerne mal in einem krachenden, aber immerhin amüsanten Fehlschlag endet.

Hat man den Dreh dann aber endlich raus und donnert mit einer phänomenalen Kombination aus waghalsigen Drifts, epischen Sprüngen, beeindruckenden Wallrides und coolen Grinds mit weitem Abstand auf der Spitzenposition durchs Ziel, ist das Erfolgserlebnis einfach unbeschreiblich. Und da all diese Elemente in Mario Kart World erneut erstklassig ineinandergreifen und mit etwas Geduld und Konzentration selbst aus vollkommenen Fahranfängern schnell einen Junior-Meister machen können, macht sich bereits nach den ersten Rennen das typische Suchtgefühl breit, das mich förmlich an die Konsole fesselt und mich zur überglücklichen, vor allem bei nächtlichen Test-Sessions aber auch zur total übermüdeten Geisel des „Nur noch eine Runde“-Feelings macht.

Für Rennfreunde und Münzenjäger

Wer sich bereits durch die fragwürdigen Freuden einer gefühlt ewig andauernden Fahrschultortur kämpfen durfte, kennt das wahrscheinlich: Hält man am Ende der langen Reise endlich den begehrten Führerschein in Händen, will man sich am liebsten direkt ans Lenkrad klemmen und diese Position für die nächsten Monate so selten wie möglich verlassen. Ähnlich erging es mir bei Mario Kart World, wollte ich nach den ersten Runden doch direkt alle mir zur Verfügung stehenden Modi ausprobieren und pausenlos Vollgas geben, um die Spielspaßkurve durchweg am höchsten Punkt zu halten. Glücklicherweise lässt sich Nintendo auch bei diesem Ableger der Racing-Reihe nicht lumpen und bietet mir ausreichend Auswahl, um dieses Vorhaben spielend leicht in die Tat umzusetzen.

Beispielsweise darf ich im Versus-Rennen meine eigenen Regeln bestimmen und Strecken miteinander verknüpfen oder im Zeitrennen meine angeeigneten Fähigkeiten auf der Jagd nach einem neuen Highscore gehörig auf die Probe stellen. Möchte ich mich gedanklich stattdessen mal vom rasanten Rennalltag verabschieden und mir lieber ein hitziges Gefecht mit meinen Freunden liefern, entscheide ich mich stattdessen für die Ballonschlacht, in der ich die Ballons meiner Gegner durch den gezielten Item-Einsatz zum Platzen bringen, gleichzeitig aber auch meinen eigenen Vorrat schützen muss. Auch der beliebte Münzenjäger-Modus ist wieder am Start und verwandelt die Teilnehmer in Hobby-Schatzsucher, die auf der Strecke möglichst viele Münzen einsammeln müssen – und das eigene Konto durch fiese Angriffe zusätzlichen aufstocken dürfen.

Brandneu und ein riesiges Highlight von Mario Kart World ist die K.-o.-Tour, hinter der sich zunächst einfach nur eine Aneinanderreihungen mehrerer Strecken mit fünf Checkpoints, also eine Art Super-Rennen zu verbergen scheint. Passiere ich einen dieser Checkpoints jedoch auf einer der hinteren Positionen, endet mein Dasein als Schlusslicht im vorzeitigen Ausschluss. Eine Regel, die es in sich hat und nicht nur für einen ordentlichen Motivationsschub bei der knappen Aufholjagd, sondern im Fall einer jähen Niederlage auch für enormen Frust sorgen kann. Allerdings wäre es kein wirkliches Mario Kart, wenn solche emotionalen Ausbrüche und Achterbahnfahrten fehlen würden.

Manchmal möchte man aber auf Stoppuhren, Ballons, Münzen und andere Spielereien einfach nur verzichten und sich vollends auf den Asphalt, das Gaspedal, das Erreichen des ersten Platzes konzentrieren. Genau für diese Momente wurde der Grand Prix geschaffen, bei dem ich mich auf vier miteinander verbundenen Strecken gegen insgesamt 23 (!) Rennfahrer behaupten und durch beeindruckende Leistungen möglichst viele Wertungspunkte ergattern muss, um zum ultimativen Sieger gekürt zu werden. Und an dieser Stelle kommt die wohl größte Neuerung von Mario Kart World ins Spiel, hüpfe ich dieses Mal doch nicht einfach vollautomatisch von einer Strecke zu anderen, sondern muss auch die dazwischenliegenden Wege möglichst schnell befahren. Immerhin findet all der Fahrspaß in einer offenen Spielwelt statt.

Wo wir hinfahren, brauchen wir keine Straßen

Nein, mit der Open World hat sich Nintendo nicht an den aktuell oftmals vorherrschenden Genre-Standard angepasst und die frei befahrbaren Landschaften zum zentralen Anlaufpunkt für alle zur Verfügung stehenden Modi gemacht. Vielmehr werden die verschiedenen Rennen weiterhin separat angewählt und anschließend in der offenen Welt ausgetragen, wobei man die neugewonnene Freiheit gezielt für den eigenen Vorteil nutzen und dabei gerne auch mal unverhofft scheitern darf. Wer bei der Erstankündigung eher an ein Forza Horizon oder ein Burnout Paradise gedacht hat, wird aufgrund eines gradlinigeren Aufbaus zunächst wahrscheinlich enttäuscht werden.

Kaum hatte ich im Menü jedoch Freies Fahren ausgewählt, wurde ich zu einer durchaus amüsanten Erkundungstour durch allerlei Landschaften eingeladen, bei der ich auf Flüssen, durch Wüsten oder auch über Schnee düsen und jeden x-beliebigen Punkt ansteuern durfte, um meinem Forscherdrang nachzukommen. Halte ich die Augen dabei offen, entdecke ich Peach-Medaillen, ?-Platten oder auch versteckte Münzen, mit denen ich sogar neue Karts freischalten kann. Besonders cool sind die P-Schalter, die besondere Missionen starten und zum Einsammeln vorgegebener Gegenstande oder dem rasanten Abschließen eines Zeitrennens animieren. Inmitten der freien Erkunden wirken all diese Elemente eher snackig und sorgen dafür, dass selbst ein 5-minütiger Trip gerne mal mit einigen unterhaltsamen Momenten versehen ist.

Gleichzeitig fühlt sich die offene Spielwelt dadurch stellenweise halbgar, nicht ganz durchdacht und auch leer an. Zwar fahren gerade in den Städten einige Auto durch die Gegend, wodurch ein wenig Leben in die Schauplätze kommt, für solch eine große, frei befahrbare Karte fällt der gebotene Umfang dann doch recht überschaubar aus. Zuverlässige Navigationsmöglichkeiten oder Checklisten, die ein aktuelles Gebiet irgendwann als vollständig abgeschlossen abstempeln, fehlen ebenfalls, wodurch sich im späteren Verlauf meines Tests gerne Leerlaufmomente einschlichen, in denen ich wirklich nur blind herumfuhr und mir die Umgebung anschaute. Wenig überraschend also, dass diese Neuerung wahrscheinlich ebenso viele Freunde wie auch Kritiker auf den Plan rufen wird.

Wegargumentieren lässt sich diese Schwachstelle trotz einiger To-Dos kaum, muss man doch selbst mit der größten Fan-Brille zugeben, dass eine Open-World-Entscheidung von mehr Inhalt begleitet werden muss. Zugleich kann es sich hierbei natürlich auch um einen ersten Spatenstich handeln, der mit nachfolgenden Patches in einen gigantischen Ausbau mündet – mit Blick auf die großen DLC-Pakete von Mario Kart 8 Deluxe wäre das kein wirkliches Wunder. Es besteht also zumindest ein schwacher Hoffnungsschimmer, dass die Welt nach und nach immer voller wird und mich fortwährend dazu einlädt, den Kart-Motor nochmal donnern zu lassen, um alle versteckten Items und Missionen ausfindig zu machen.

Strategen können die Aufgabenliste jedoch direkt ausweiten und die freien Fahrten für das Auskundschaften der offiziellen Strecken nutzen. Diese dürfen in diesem Modus nämlich ebenfalls erkundet und auf eventuelle Abkürzungen und passende Boost-Spots überprüft werden. Wer die eigene Bestzeit also gezielt nach oben schrauben, Mitspielern doch einfacher entkommen oder mit einem unverhofft starken Manöver einfach nur für einen Wow-Moment innerhalb der Freundesgruppe sorgen möchte, darf all diese Dinge hier ordentlich ausprobieren, trainieren und perfektionieren. Hätte es dafür dann wirklich eine Open World gebraucht? Darüber wird die Nintendo-Community in den kommenden Monaten sicherlich noch ausgiebig diskutieren.

Sagenhafter Mehrspieler-Wahnsinn

Fakt bleibt allerdings, dass die Rennen alle bekannten Serienstärken beibehalten und diese gekonnt mit dem neugewonnenen Freiheitsgefühl verknüpfen können. Gab es bei früheren Strecken noch klar definierte Abkürzungen, darf ich nun stellenweise auch meiner eigenen Fantasie freien Lauf lassen und diese gemeinsam mit meinen einzigartigen Skills (vielleicht eigne ich mir die ja eines schönen Tages an) verknüpfen, um in der zuvor ausgiebig erkundeten Welt besonders kreative Ausweichrouten auszumachen. Nicht immer münden solche Versuche im Erfolg, doch allein das Ausprobieren ist mit einem unglaublichen Spielspaßfaktor behaftet und gibt mir die Chance, mich noch intensiver mit meinem eigenen Fahrstil und der Umgebung auseinanderzusetzen.

Überhaupt bietet Mario Kart World wieder allerlei wundervolle Auswahlmöglichkeiten, die ich nach Wunsch zusammenstellen und mir meinen persönlichen Super-Racer zusammenstellen. Neben 50 Fahrern warten auch etliche Karts, Outfits und Sticker auf mich, mit denen ich meinen Durst nach kosmetischer Perfektion stillen darf. Hier kommen auch 100%-Freunde auf ihre Kosten, müssen viele dieser Dinge doch zunächst freigeschaltet werden – darunter auch neue Strecken, ein ganz besonderer Cup und sogar ein neuer Modus. Nintendo hat sich also abermals ausreichend Mühe gegeben, damit sich das Erlebnis nicht auf „Nur Herumfahren“ herunterbrechen lässt, sondern unter der gradlinig anmutenden Motorhaube deutlich mehr Abzweigungen vorweisen kann.

Dass allein die Fahrerauswahl so umfangreich ausfällt, kommt nicht von ungefähr, steht die Mehrspielererfahrung doch auch bei dieser unterhaltsamen Sause eindeutig im Fokus und wird von Nintendo folglich ordentlich unterfüttert. Schon der lokale Multiplayer bietet enorm viele Verbindungsoptionen (auf einer Konsole mit zwei Joy-Cons oder gleich mit insgesamt acht Konsolen), wodurch auch bei einer gut gefüllten Gaming-Runde nur wenige Leute auf das Zurschaustellen ihrer Fähigkeiten waren müssen. Doch auch Online wird nicht nur Spielspaß garantiert, durch den neuen GameChat und die Kamera der Nintendo Switch 2 – letztere kann alternativ auch durch eine kompatible USB-C-Kamera ersetzt werden – kommt auch der kommunikative Part nicht zu kurz, der bei fiesen Item-Treffern und erfolgreichen Überholaktionen unerlässlich ist.

Und obwohl die Open World, das eigentliche Kernelement und damit irgendwie auch der Kaufgrund für Mario Kart World, in einigen Bereichen leicht schwächelt, ist es dann eben die brachiale Kombination aus Racing-Gameplay und Mehrspieler-Wahnsinn, der solche verbesserungswürdigen Problemchen komplett kaschiert. Kaum hatte ich mit 23 anderen Mitspielern aus der gesamten Welt bei einer fantastischen K.-o.-Tour das absolute Chaos entfesselt, mit meiner Freundesgruppe beim Freien Fahren die verschiedenen Schauplätze als pseudocoole Kart-Gang unsicher gemacht und mich dem Videospielerlebnis mit all seinen Gimmicks, Feinheiten und neuen Features hingegeben, befand ich mich auf einer gefühlt niemals enden wollenden Autobahn der guten Laune, von der es keinerlei Ausfahrten gibt.

Mit Vollgas in eine neue Videospielgeneration

Schlussendlich bleibt nur noch eine wichtigste, eigentlich sogar DIE wichtigste Frage zu beantworten: Ist Mario Kart World ein Launch-Titel, der den Kauf einer Nintendo Switch 2 zur absoluten Pflicht macht und in jede heimische Videospielsammlung gehört? Zweifelsfrei wird es einige harsche Kritiker geben, die Mario Kart 8 Deluxe weiterhin als Spitzenreiter betrachten, die Fortsetzung folglich also eher als Downgrade runterspielen und händeringend nach dem Racing-Haar in der PS-Suppe suchen. Nach der ausführlichen Auseinandersetzung mit allen Modi, der offenen Spielwelt und fast allen Fahrern sowie der erfolgreichen Durchführung von insgesamt drei unfassbar amüsanten Gaming-Abenden kann ich die Frage jedoch nur mit einem eindeutigen JA beantworten.

Abseits der bereits ausführlichen durchgekauten Gameplay-Stärken ist es auch das visuelle Gesamtbild, das mir mit allerlei liebevoll eingeflochtenen Details und Animationen immer wieder ein Staunen entlocken konnte. Ob nun die individuell auf Rennsituationen reagierenden Fahrer, der anschauliche Tag-Nacht-Wechsel, die fantastischen Wettereffekte und einfach nur die kleinen, feinen Besonderheiten, die man beim schnellen Vorbeifahren eigentlich komplett übersieht, die aber dennoch eingebaut wurden. Alles fühlt sich einfach echter, lebendiger, dynamischer an und macht auf dem großen Bildschirm sowie auf dem Handheld einfach eine gute Figur. Nein, damit wird keine grafische Revolution eingeläutet, dieses Ziel verfolgte Nintendo allerdings auch in der Vergangenheit nie. Vielmehr steht hier eine wohlige Atmosphäre im Vordergrund, in der man sich einfach nur verlieren kann – und das ist dieses Mal eben auch vortrefflich geglückt.

Beachtlich ist auch, dass die Framerate trotz all dieser Details und des hohen Fahreraufkommens zuverlässig bei 60fps bleibt und nervtötende Ruckler gekonnt von der Strecke fernhält. In lokalen Mehrspielermodi muss man sich ab drei Mitspielern zwar mit 30fps begnügen, was vor allem im direkten Vergleich mit dem geschmeidigen Standard eine gewisse Umgewöhnungszeit benötigt, spielbar bleibt das Ganze aber dennoch und sieht dabei unverändert gut aus. Wirft man sich dann auch noch einige Items um die Ohren und genießt den – wie sollte es auch anders sein – phänomenalen Soundtrack voller brandneuer Melodien und Neuinterpretationen bereits bekannter Klänge, gerät man rasant in einen gnadenlosen Spielspaß-Sog, der Kritik an solchen technischen Schnitzern frühzeitig im Keim erstickt.

Mit Mario Kart World ging Nintendo ambitioniert ans Werk und sollte nicht einfach nur ein Mario Kart 8 Deluxe mit einigen Updates auf den Launch-Tisch knallen, sondern die Racing-Serie mit einer Open World fundamental weiterdenken. Und obwohl dieses Vorhaben aufgrund einiger Schlaglöcher auf der weiten Entwicklerstraße nicht vollends gelungen ist, rast das Gesamtwerk dennoch mit einem Affenzahn über die Erfolgsziellinie und wird von den Fans zurecht umjubelt. Denn wenn Mario, Bowser, Peach und Co. mit ihren Karts ein wahres Unterhaltungsfeuerwerk entzünden und mir mit allerlei Modi, freischaltbaren Belohnungen und versteckten Geheimnissen wochenlangen Spielspaß garantieren, nehme ich einige Ausrutscher gerne hin und hoffe einfach, dass zukünftige Patches neben Verbesserungen auch einige Inhaltsupdate enthalten. Immerhin würden mir damit nur weitere Gründe präsentiert werden, die Switch 2 nicht so schnell aus der Hand legen zu müssen.

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Fazit

Technisch mag die Nintendo Switch 2 seit dem Launch bei mir zwar keine ausufernden Begeisterungsstürme ausgelöst haben, sorgte allerdings bereits für drei unvergessliche Videospielabende, an denen Vergnügen, Leid, Ehrgeiz und Schadenfreude fulminant zusammenprallten. Denn mit Mario Kart World spielt Nintendo die altbekannten Stärken der Racing-Serie erneut hervorragend aus und erweckt in zahlreichen Modi ein kompetitives Gefühl der Extraklasse, das kombiniert mit einem abermals zugänglichen Gameplay, durchdachten Neuerungen sowie einer herrlich harmonischen Atmosphäre einen einzigartigen Unterhaltungsfaktor erschafft, dessen Wirkungskraft problemlos über mehrere Wochen, potenziell sogar Monate und Jahre hinweg anhalten kann.

Erweitert wird die wundervolle Streckensause dieses Mal durch eine offene Spielwelt, die nicht nur elegant in den Grand Prix oder die grandiose K.-o.-Tour eingebunden wird, sondern beim Freie Fahrt-Modus auch zum ausgelassenen Erkunden, Experimentieren mit neuen Manöver sowie Aufsuchen unentdeckter Abkürzungen und Geheimnisse einlädt, dementsprechend vor allem strategisch denkenden Fahrern ein Lächeln auf die Lippen zaubern dürfte. Und obwohl sich an dieser Stelle einige Schwachstellen in Form fehlender Orientierungsmöglichkeiten sowie einer stellenweise vorherrschenden Inhaltsleere bemerkbar machen, darf dieses Feature als ebenso sinnvoll wie auch vielversprechend bezeichnet werden – vor allem dann, wenn Nintendo wie bereits bei den Vorgänger in Zukunft via Patches für neuen Content sorgt.

Abseits solch kleiner, leicht hinnehmbarer Motorspinnereien präsentiert sich Mario Kart World nicht nur als gelungene Weiterentwicklung der Reihe, sondern zugleich als fantastischer Launch-Titel für die Nintendo Switch 2, der das Videospielvergnügung ausgelassen zelebriert und Solo-Racer und Freundesgruppen zugleich vor die Konsole lockt. Denn ob ich mich nun in einem erbitterten Mehrspielerduell vom abgeschlagenen Schlusslicht zum anmutigen Erstplatzierten kämpfe, beim Grand Prix mit Bestleistungen das Podest erobere, meine Freunde bei der Ballonschlacht alt aussehen lasse oder einfach nur in der Open World eine knackige Kurzmission erfolgreich absolviere: Mitreißender Spielspaß ist garantiert und sorgt dafür, dass meine neue Konsole kurz nach dem Auspacken nicht einfach direkt zur staubigen Dekoration degradiert wird, sondern seit der Ersteinrichtung eigentlich im Dauereinsatz ist. Und solch eine Begeisterung ist gerade in der heutigen Gaming-Welt definitiv nicht mehr vorprogrammiert.

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Dante

Redakteur

Artikel
313
Punkte
3.130

Bewertung

Handlung / Präsentation (8/10)
Grafik (9/10)
Sound (10/10)
Gameplay (9/10)
Umfang / Wiederspielwelt (9/10)

Gesamt

45/50

1,9

gut

Kategorien

  1. Game Reviews
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