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JoJo’s Bizarre Adventure: Eyes of Heaven

  • Dante
  • 23. Juli 2017 um 21:47
  • 0 Kommentare
  • 2.105 Aufrufe

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Make Jojo videogames great again! Ein Ziel, das wir in den Händen von Entwickler CyberConnect2 eigentlich als gut umsetzbar gesehen haben. Eigentlich.

Bereits das erste in Europa veröffentlichte Abenteuer JoJo’s Bizarre Adventure: All-Star Battle konnte uns nicht wirklich mitreißen. Anhänger erwartete zwar einmaliger Fanservice, ansonsten hatte der Brawler keine nennenswerten Stärken zu bieten.

Seitdem hat Entwickler CyberConnect2 aber einige Sachen dazugelernt und ausreichend bewiesen, dass packende Anime-Versoftungen definitiv möglich sind. Kein Wunder also, dass wir bei Eyes of Heaven nicht gleich die Flinte ins Korn geworfen haben, sondern sogar ein klein wenig Hoffnung entwickelten.

Leider wandelte sich das Ganze schnell in Enttäuschung, wie wir bereits nach knapp fünf Stunden feststellen mussten.

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JoJo’s bizarre Zeitreise


Dabei weiß die eigentliche Haupthandlung zu gefallen. Denn anstatt sich einfach in das gemachte Nest zu legen, erzählt Eyes of Heaven eine völlig neue Geschichte, die sich in das große JoJo-Universum einreiht. Und unter Aufsicht von Oberguru Hirohiko Arai entstand.

Als nämlich eigentlich verstorbene Freunde und Feinde plötzlich aus dem Nichts erscheinen und Jotaro Kujo und seine Kumpanen angreifen, bleibt nur noch ein Ausweg: eine Reise durch die Zeit, um das Böse bei der Wurzel zu packen.

Ein geschickter Schachzug, um die verschiedenen Joestar-Generationen schlüssig in einer Story zu vereinen und sogar in handelnde Protagonisten zu verwandeln. So begegnet man vielen alten Bekannten, prügelt die wichtigsten Fieslinge nieder und freut sich hier und da über neue, bisher unbekannte Story-Elemente.

Eine kleine Warnung wollen wir mit Blick auf die Handlung aber aussprechen. Wer beim Manga oder dem Anime nämlich nicht auf dem aktuellsten Stand ist, für den gilt größte Spoilergefahr! Zwar werden Ereignisse nicht identisch dargestellt, Entwicklungen aber dennoch aufgegriffen.

Solltet ihr euch das nicht vermiesen lassen wollen, sei ein vorheriger Durchmarsch durch das Manga- und Anime-Universum also wärmstens empfohlen!

Altbekannte Stärken


In puncto Handlung konnte CyberConnect2 also schon abliefern. Und auch bei Grafik und Sound waren wir eigentlich von Anfang an beruhigt – immerhin konnte das Team schon oft beweisen, dass sie diese Aspekte gut draufhaben.

Und wir lagen nicht falsch: Bereits in den ersten Spielminuten feuert uns Eyes of Heavenein farbenfrohes, detailliertes Gesamtbild entgegen, das den einzigartigen Stil der Manga- und Animevorlage erstklassig in die Videospielwelt übernimmt. Und auch die teils abgefahrenen Charaktermodelle mit all ihren Besonderheiten zu Leben erweckt.

Vor allem die zahlreichen Specialmoves profitieren von der grafischen Schönheit und machen bei den rasanten Kämpfen eine klasse Figur. Und dienen gleichzeitig als willkommene Ablenkung von den teils etwas trist gestalteten Schauplätzen.

Mit den japanischen Originalsprechern an Bord darf man sich auch über eine gelungene Sprachausgabe mit allen beliebten Sprüchen freuen. Da fällt auch kaum mehr auf, dass die musikalische Untermalung eher schwach ausfällt und den Platz weit im Hintergrund redlich verdient hat.

Go, go, JoJo!


Alle Kapitel der abgefahrenen Handlung teilen eine Gemeinsamkeit: Mit unterschiedlichen Charakteren beweist ihr euch im Rahmen erbitterter Duelle in größeren Arenen gegen angriffslustige Schergen. Hierbei müsst ihr dann logischerweise unter Beweis stellen, dass eure Faust perfekt zur Kinnlade eures Gegners passt.

Sonderlich taktisch fällt das Ganze nicht aus. Ähnlich wie bei den unzähligen Naruto-Games bewegt ihr euch frei durch die Schauplätze und sorgt mit blitzschnellen Kombos für wuchtigen Schaden an der Gesundheitsleiste eurer Feinde. Schnelles Ausweichen und Kontern ist dabei logischerweise ebenfalls wichtig.

Eine besonderen Kniff hat Eyes of Heaven dann aber doch zu bieten. Die Gefechte müsst ihr nämlich nicht alleine bestreiten, sondern bekommt einen zweiten KI-gesteuerten Kumpanen an eure Seite gestellt.

Klingt nicht sonderlich originell, wird allerdings auch erst durch die speziellen Animationen und Angriffe cool. Diese könnt ihr nämlich aktivieren, sofern ihr ein zueinander passendes Duo ausgewählt habt. Eine herrliche Idee, die vor allem bei Fans ein breites Grinsen hervorrufen wird.

Leider ging uns die anfängliche Euphorie allerdings recht schnell verloren. Trotz Spezialangriffe, cooler Combos und einer beeindruckendes Auswahl von über 50 Kämpfern präsentiert sich das Kampfsystem letztendlich zu simpel, zu ungenau, stellenweise sogar viel zu nervig.

Das fängt bei der enormen Kämpferauswahl an: Mehr als 50 Charaktere, einige mit besonderen Angriffsvariantionen. Wirklich gigantisch fallen die Unterschiede dann aber leider nicht aus. Und so verfielen wir schlussendlich doch immer wieder dem sturen Button-Mashing und konnten uns damit problemlos zum Sieg prügeln.

Übersichtlich ging es dabei aber leider nicht vonstatten. Die nervige Kameraführung sowie etliche, Bildschirm füllende Spezialangriffe verwirrten uns immer wieder aufs Neue und ließen uns stellenweise mehrere Sekunden lang unseren Charakter aus den Augen verlieren.

Eine teils erschreckend schlechte Partner- und Gegner-KI half dabei nicht weiter. In einigen Momenten prügelten gleich zwei Feinde blind auf mich unseren Helden ein und machten jegliche Bewegung kurzzeitig unmöglich, in anderen Momenten verlor sich ein Feind am anderen Ende der Arena und schien keine Anstalten zu machen, sich dem Kampfgeschehen wieder anzuschließen.

Durch diese ganzen Schwächen fühlt sich das Kampfsysten von JoJo’s Bizarre Adventure: Eyes of Heaven einfach unrund an und gibt uns nur selten das Gefühl, wirklich Herr der Lage zu sein. Schade: Potenzial ist nämlich auf jeden Fall vorhanden. Wurde aber halt leider nicht annähernd ausgeschöpft.

Wenn sich alles ums Prügeln dreht


Das große Problem: Im Endeffekt dreht sich JoJo’s Bizarre Adventure: Eyes of Heavenkomplett um diese erbitterten Duelle. Kleinere Erkundungstouren wurden zwar ebenfalls eingebaut, diese fallen allerdings äußerst gering aus. Und bleiben somit auch kaum hängen.

Immer schafft es CyberConnect2, dem Gesamtpaket mit Erfahrungspunkten, Stufenanstiegen sowie freischaltbaren Fähigkeiten ein wenig Pepp zu verleihen und vor allem Fans effektiver an den Controller zu fesseln. Wenn man mit seinem favorisierten Charakter neue Moves erlernen und somit seinen persönlichen Stil verfeinern darf, bringt das schon ordentlichen Spielspaß.

Gleiches lässt sich auch vom Online-Modus behaupten. Dieser mag das Mehrspieler-Rad zwar nicht neu erfinden, serviert aber vor allem Fans eine hervorragende Plattform, um sich gemeinsam oder gegeneinander im gigantischen JoJo-Universum auszutoben. Beim Test erfreuten wir uns zudem einer stabilen Verbindung, weshalb man sich über ein Hindernis freies Kräftemessen freuen darf.

Letztendlich bleibt die Frage: Reicht das alles, um auch über den Tellerrand der JoJo-Fangemeinde zu punkten? Und da lautet die Antwort leider nein. Zieht man nämlich den dicken Fanservice ab, bleibt unterm Strich ein abwechslungsarmer Prügel mit wackeligem Kampfsystem.

Und somit können wir uns nur knapp vor CyberConnect2 verbeugen und mehr Glück für den nächsten Versuch wünschen. Einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung ist man mit Eyes of Heaven nämlich definitiv gegangen.

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Fazit


Den erhofften Hit landet CyberConnect2 mit JoJo’s Bizarre Adventure: Eyes of Heavenleider nicht. Viel zu chaotisch, unzuverlässig und simpel fällt das Kampfsystem aus, viel zu schnell verliert man sich in einem tiefen Abgrund der Monotonie, aus dem es selbst mit verschiedenen Stilen und über 50 Kämpfern keinen Ausweg gibt.

Fans dürfen der Gesamtwertung aber gerne zehn Prozentpunkte hinzuaddieren und sich auf eine brandneue Story, etliche Charaktere und eine fast perfekte Übernahme aller Manga- und Animebesonderheiten ins Videospiel-Format freuen. Und mit Levelanstiegen und freischaltbaren Fähigkeiten auch viel Motivation.

Kein Totalausfall also, der große Wurf ist mit JoJo’s Bizarre Adventure: Eyes of Heavenaber dennoch nicht gelungen. Und somit bleiben die Daumen weiter gedrückt, dass CyberConnect2 auch mit diesem Franchise bald Perfektion erreicht. Und diese überhaupt die Chance auf einen Europa-Release bekommt.

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Dante

Redakteur

Artikel
315
Punkte
3.150

Bewertung

Handlung / Präsentation (8/10)
Grafik (8/10)
Sound (6/10)
Gameplay (5/10)
Umfang / Wiederspielwelt (5/10)

Gesamt

32/50

4,1

ausreichend

Kategorien

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  • Kampf
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  • Jojo's Bizarre Adventure
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