Willkommen bei der Remaster-Rückkehr eines Serien-Highlights.
Obwohl ich mich bereits durch zahlreiche Ableger (und Neuauflagen) der mittlerweile legendären Tales of-Reihe kämpfen durfte, habe ich zu Tales of Berseria eine besonders starke Verbindung. Immerhin war es der 16. (!) Hauptteil der JRPG-Saga, der mich das erste Mal auf die fantasievolle Welt der Bandai Namco Studios aufmerksam machte und mich mit einer düsteren Handlung, sympathischen Charakteren und einem unterhaltsamen Gameplay problemlos an die PlayStation 3 fesselte. Kaum zu glauben, dass seitdem fast zehn Jahre ins Land gezogen sind.
Dementsprechend erfüllte es mich aber auch mit großer Freude, als Bandai Namco zur Feier des 30. Serienjubiläums eine gigantische Content-Initiative ankündigte, in der – zumindest in meinen voreingenommenen Augen – ein Berseria-Remaster den Dreh- und Angelpunkt darstellte. Ein brandneues Abenteuer? Epische Artwork? Mir doch egal, wenn ich an der Seite von Velvet Crowe erneut durch eine von Dämonen verseuchte Welt reisen darf, um Rache zu üben. Und dieses Mal sogar nicht ausschließlich auf meinem Fernseher, sondern dank der neuen Nintendo-Switch-Fassung nun wahlweise auch unterwegs.
Auf große Vorfreude kann logischerweise allerdings auch gerne mal niederschmetternde Enttäuschung folgen, vor allem in der nur allzu bekannten Gaming-Wirklichkeit voller lieblos auf den Markt geworfenen Möchtegern-Optimierungen. Gleichzeitig hatte Bandai Namco Entertainment gemeinsam mit den involvierten Videospielschmieden bereits bewiesen, dass sie das Remaster-Game beherrschen, wurden bis dato doch immerhin noch keine gravierenden Totalausfälle abgeliefert – trotz einiger Unkenrufe und Kritik langjähriger Fans, die sich primär auf die Preis- und Veröffentlichungspolitik konzentrierten. Würde Tales of Berseria Remastered diesen positiven Trend nun fortsetzen oder der weißen Entwicklungsweste erstmals einige unschöne Flecken verpassen? In meinem Test möchte ich euch die Antwort liefern!
Zwischen Rachegefühlen und Vernunft
Auf die eigentliche Rahmenhandlung möchte ich eigentlich auch gar nicht weiter eingehen, sondern empfehle allen Nichtkennern von Tales of Berseria ausdrücklich, das Abenteuer mit möglichst wenig Vorkenntnissen zu starten. Was sich oberflächlich betrachtet nämlich wie ein recht simpler Rache-Plot anhört – Heldin Velvet Crowe wird eine unmenschliche Grausamkeit angetan, woraufhin sie durch eine schicksalshafte Fügung dämonische Kräfte erhält und nun von Hass angetrieben Gerechtigkeit einfordert –, wird schnell zu einer düsteren, mehrdimensionalen Auseinandersetzung mit Schmerz und der Frage, wie man mit diesem Umgehen und Weiterleben kann. Nein, psychologische Abhandlungen wird man hierzu definitiv nicht verfassen können, bekommt jedoch auch deutlich mehr als die übliche JRPG-Kost geboten.
Beeindruckend ist hierbei die Tatsache, dass stets die Balance zwischen dunklen und hellen Momenten gewahrt wird, dramatische Ausbrüche und humorvolle Geplänkel also gleichermaßen vorhanden sind und erstaunlich gut in das übergeordnete Handlungskonstrukt eingebaut werden. Dadurch wird ausreichend narrative Abwechslung geboten, um die gesamte Spielzeit von ungefähr 60 Stunden (inklusive optionaler Nebenausflüge) bestens zu unterhalten und zähe Abschnitte gekonnt auszuklammern. Einziger Wermutstropfen: Auf der Zielgeraden wird das düstere Gewand dann leider doch gänzlich abgeworfen, stattdessen die Genre-Schublade mit einigen altbackenen Klischees geöffnet. Gekippt wird der positive Gesamteindruck dadurch zwar nicht, zumindest ein leicht bitterer Nachgeschmack bleibt beim Erreichen des Abspanns dann aber doch.
Dass solche Schwachstellen jedoch kaum ins Gewicht fallen, ist nicht nur der phänomenalen Hauptheldin und der tiefgehenden Rache-Story, sondern auch den verschiedenen Begleitern zu verdanken, die sich dem Abenteuer nach und nach anschließen. Auch hier möchte ich meine Zeilen möglichst spoilerfrei verfassen, da ein Kennenlernen ohne jegliche Vorkenntnisse einfach nochmal schöner ausfällt, dennoch muss festgehalten werden, dass wirklich jeder Charakter mit einer spannenden Hintergrundgeschichte sowie einer erstklassigen Integration in die Gruppendynamik glänzt.
Und mit all diesen Zutaten spielt Tales of Berseria Remastered dann die Trumpfkarte aus, die eigentlich alle Serienableger in ihren Ärmel versteckt haben: die kurzen, optionalen Konversationen, die sich regelmäßig am Bildschirmrand bemerkbar machen und auf Wunsch per Knopfdruck aktiviert werden können. Manchmal wird eine soeben erlebte Situation näher analysiert, die Gedankenwelt eines ausgewählten Verbündeten näher beleuchtet oder einfach nur ein vollkommen zufällig Nebenthema eröffnet, das mit einer amüsanten Pointe endet. Beeindruckend ist aber, dass mir wirklich jedes noch so belanglos erscheinende Gespräch Freude bereitete und dabei half, dass mir die Truppe noch schneller ans Herz wuchs. Ein Meisterstück, dass bereits bei den vielen Vorgängern und Nachfolgern der Reihe glänzte, hier aber gefühlt nochmal eine ordentliche Qualitätsschippe drauflegt.
Bittere Grafik-Pille für Switch-Besitzer
Natürlich nutzt die beste Charakterentwicklung nichts, wenn bei der Sprecherwahl komplett gepfuscht wurde. Erfreulicherweise wissen Fans, dass bei Tales of Berseria eher das Gegenteil der Fall ist, weshalb man sich auch in der Neuauflage erneut über eine starke englische sowie eine sensationelle japanische Sprachausgabe freuen darf. Strenggenommen liegen beide Fassungen auf einer Augenhöhe, gerade bei den humorvollen Momenten erreicht das Original aber ein noch höheres Leichtigkeitsniveau, das halt kaum zu erreichen ist. Da jedoch beide Optionen mit erstklassigen Leistungen glänzen und keinerlei Ausrutscher erlauben, darf man ohne große Sorgen den bevorzugten Klangpfad beschreiten.
Ebenfalls unberührt bleibt der fantastische Soundtrack von Tales of-Legende Motoi Sakuraba, der sich an der besonderen Tonalität der Handlung orientierte und seine Kompositionen ähnlich facettenreich gestaltete. Dementsprechend ist das finale Endprodukt eine Mischung aus rockigen, orchestralischen, dramatischen, aber auch harmonischen Klängen, die allesamt gekonnt ineinandergreifen und ein dichtes Atmosphäre-Netz spinnen, in dem man sich bereits nach wenigen Minuten verfängt. Es ist ein weiteres Puzzleteil, das der düsteren Handlung dabei verhilft, ihr volles Potenzial zu entfalten und wichtigen Momenten einen spürbaren, andauernden Druck zu verpassen.
Während man sich beim Sound also gemütlich zurücklehnen konnte, hat das Team bei Tales of Berseria Remastered immerhin an der Grafikschraube gedreht und dadurch bei der PlayStation 5-, der Xbox Series X|S- sowie der PC-Variante für eine schicke 4K-Auflösung gesorgt, die das hohe Alter zwar kaum kaschiert, in Kombination mit der 60fps-Bildrate und dem weiterhin anschaulichen Cel-Shading-Look dann aber doch eine zumindest solide Figur abgibt. Leider konzentrierte ich mich während meiner Testphase auf die Switch-Veröffentlichung, bei der die Messlatte während der Entwicklungsphase scheinbar deutlich niedriger hing – denn im direkten Vergleich stinkt die visuelle Präsentation auf Nintendos Konsolen-Handheld-Hybrid dann doch deutlich ab.
Dass hier keine 4K-Auflösung erreicht wird, sondern man sich mit 1080p im Bildschirm- sowie 720p im Handheld-Modus begnügen muss, ist keine wirkliche Überraschung. Dass bei einem fast zehn Jahre alten Titel aber nicht einmal versucht wird, ansatzweise an die 60fps heranzukommen, schockierte mich dann doch ein wenig. Stattdessen sind auf der Switch 30fps das Ziel, die dann abseits kleinerer Ruckler immerhin auch stabil gehalten werden, jedoch kaum darüber hinweghelfen, dass noch nicht mal auf der Switch 2 höhergegriffen wurde.
Lässt man den prinzipiellen Ärger außer Acht, funktioniert Tales of Berseria Remastered natürlich auch in 30fps prächtig und verkommt auch ohne all die 4K-Aufhübschungen nicht zu einem unansehnlichen Grafikbrei. Dennoch konnte ich nie vollständig das Gefühl abschütteln, dass man hier nur einen Bruchteil der Remaster-Erfahrung serviert bekommt und nun eben damit leben muss, dass es nicht ganz so flüssig läuft und die teils arg tristen Landschaften nicht mal einen kleinen, feinen Update-Anstrich erhalten. Und somit fungieren die bereits ausführlich gelobte Handlung, die tolle Charakterregie und das unterhaltsame Gameplay fungieren zwar als optimale Krücken, täuschen aber nicht darüber hinweg, dass die Switch-Fassung zumindest mit einem zerschlagenen Knie über die Produktionsziellinie gehüpft ist.
Dieses Kampfsystem hat Seele
Eigentlich ist es ein Abschnitt, auf den ich bei meinem Test von Tales of Berseria Remastered getrost verzichten könnte. Immerhin hat sich auch beim Gameplay nichts verändert, weshalb ich mit Velvet und Co. weiterhin die Welt bereise, allerlei Feinde bekämpfe und mich größtenteils durch ein recht linear aufgebautes Abenteuer kämpfe, das erst im späteren Verlauf durch einige Nebenaufgaben mehr Freiheit eröffnet. Da sich jedoch die Handlung sowie der Sound aufgrund ihrer individuellen Klasse einige Zeilen verdient haben, möchte ich auch das weiterhin hervorragende Kampfsystem lobend erwähnen.
JRPG- und Echtzeitfreunde fühlen sich dabei direkt heimisch: Innerhalb einer abgesteckten Arena darf ich Velvet frei bewegen und meinen Gegner mit unterschiedlichen Kombos gezielt verheerenden Schaden zufügen. Da sich aber natürlich vor allem die teils angriffslustigen Bosse gerne auch mal wehren, muss zeitgleich auch auf die Defensive geachtet werden, damit die eigenen Lebensreserven nicht gen 0 wandern. Sollte es dann einmal doch brenzlig werden, darf per schnellem Knopfdruck auch zu einem anderen Partymitglied gewechselt werden, das sich mit Heilmitteln anschließend um eine rasante Rettung oder mit einer erbitterten Attacken-Serie um das schnelle Kampfende kümmert.
Müsste ich hier einen erzählerischen Schlussstrich ziehen, würde es sich zweifelsfrei um einen minimalistischen Genre-Standard ohne nennenswerten Besonderheiten handeln. Mit dem Seelen-System sorgt Tales of Berseria Remastered dann aber doch für ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, das den kämpferischen Auseinandersetzungen etwas mehr Pep, Herausforderung und Planungsnotwendigkeit verpasst. Simpel ausgedrückt handelt es sich hierbei nämlich um eine Abwandlung des typischen Magie- oder Aktionspunktesystems, die bestimmend für die Effektivität meiner Angriffs- und Abwehrbemühungen ausfällt.
Um meine Kombos zu erweitern und zusätzlich zu verstärken, muss ich mein zu Beginn eins jeden Kampfes auf drei Seelen beschränkte Kontingent nach und nach auffüllen. Dieses Ziel erreiche ich entweder durch knappes Ausweichen oder das Vermöbeln meiner Feinde, muss dabei im Gegenzug aber auch darauf achten, weder einen Konter einzufahren noch meine Ziele zu verfehlen, da mir sonst kostbare Seelen flöten gehen. Und wenn viele Seelen meine Kampfkraft steigern, könnt ihr euch bereits den Umkehrschluss vorstellen, was ein dezimiertes Konto für schmerzhafte Folgen haben kann. Glücklicherweise regeneriert sich die Anzeige mit der Zeit auch von selbst, gänzlich hilflos ist man dementsprechend zu keinem Zeitpunkt.
Allein dieses Seelenspiel lässt viel Raum für taktische Experimente, kann ich meine Sammlung doch auch in besonders starke Angriffe investieren, muss anschließend jedoch auch mit den schwächenden Konsequenzen (über)leben können. Horte ich die Seelen also lieber an und strecke den Kampf dann ein wenig? Oder gehe ich all-in und teile heftig aus? Sobald diese Fragen dann noch mit vielen kleineren Nebenschauplätzen im Gefechtsgeschehen erweitert werden, bleibt langweilender Eintönigkeit kaum mehr Raum. Wer sich also die Zeit nehmen, sich in all die Systeme reinfuschen und damit das perfekt ausbalancierte Team zusammenbauen möchte, der bekommt mit Tales of Berseria Remastered eine wundervolle Spielwiese geboten.
Ein spielerischer Update-Segen
Tales of Berseria Remastered macht kein Geheimnis daraus, dass es sich bei der Neuauflage nicht um eine weltbewegende Weiterentwicklung, sondern um eine gezielte Auffrischung des bereits bestehenden Abenteuers handelt. Kein Wunder also, dass die phänomenale Handlung, das weiterhin gelungene Kampfsystem als auch die fantastische Sound-Kulisse einfach übernommen und andere Bereiche für einen modernen Touch auserkoren wurden. Und während sich der grafische Bereich dabei eher durchwachsen präsentiert, darf sich das grundlegende Spielgefühl dank einiger wichtiger Quality-of-Life-Updates über einen signifikanten Boost freuen.
Den Anfang macht der altbekannte Grade Shop, der normalerweise erst nach dem Durchspielen zur Verfügung steht, in den Remaster-Veröffentlichungen jedoch zum unverzichtbaren Element geworden ist. Hier lasse sich bereits vor Beginn des eigentlichen Abenteuer zahlreiche Hilfestellungen freischalten, beispielsweise eine bis zu dreifache Erhöhung der erhaltenen Erfahrungspunkte, ein vorzeitiger Ausbau der eigenen Gesundheitsleiste oder eine Reduzierung der Gegenstands- und Ausrüstungskosten bei den Händlern. JRPG-Profis werden angesichts des insgesamt fairen Schwierigkeitsgrads zwar auf solch eine Unterstützung verzichten, solltet ihr jedoch ohne große Strategie- und Planungsambitionen einfach nur die Story erleben wollen, avanciert der Grade Shop zu einem regelrechten Segen.
Bedeutend wichtiger dürfte derweil die grundlegend optimierte Mobilität und Reisegeschwindigkeit sein. Nicht nur, dass die Laufgeschwindigkeit um 20 % bereits spürbar mehr Tempo ins Geschehen bringt, auch die Schnellreise ist nun viel früher verfügbar und fällt aufgrund abgesägter Item-Beschränkungen zudem nicht mehr so stark limitiert aus. Erweckte das Original stellenweise noch das Gefühl, dass man mindestens mit einem halben Fuß jederzeit auf dem Bremspedal steht, darf man bei Tales of Berseria Remastered ohne Frage vollkommen frei Vollgas geben. Ein wahrer Luxus, den man in der heutigen JRPG-Ära einfach nicht mehr missen möchte.
Auch die restlichen Updates mögen im ersten Moment nach eher belanglosem Standard klingen, verhelfen in der Praxis dann aber doch zu einem ordentlichen Sprung in die Gaming-Moderne. Beispielsweise führt mich ein Wegweiser nun zu meinem nächsten Ziel, während relevante Gespräche, Schatztruhen und andere wichtige Objekte nun direkt auf der eingeblendeten Karte angezeigt werden. Eine Autosave-Funktion sowie die Möglichkeit, nach einer Niederlage direkt wieder zum Beginn des aktuellen Kampfes zu springen, vermeiden derweil, dass mir bei Ausrutscher kostbare Zeit verloren geht. Und wer trotz der einen oder anderen Wiederholung dann dennoch in Grund und Boden gedonnert wird, darf zumindest die normalen Duelle ausschalten und muss sich anschließend nur noch gegen die Bosse behauptet, die dank des Grade Shops allerdings auch nur selten zu einer ernstzunehmenden Gefahr werden.
Spätestens wenn man sich dann auch noch mit all den inkludieren Kostüm-DLCs beschäftigt und all seine Helden stilistisch gehörig aufgefrischt hat, kann man eigentlich nur noch zu einem Schluss kommen: Ein Paradebeispiel für eine Neuauflage mag Tales of Berseria Remastered vor allem für Vorbesitzer und Kenner zwar nicht sein, enthält jedoch ausreichend Verbesserungen, um das leicht angestaubte Original spielerisch weit hinter sich zu lassen. Ob das einen Neukauf rechtfertigt, muss man schlussendlich natürlich für sich selbst entscheiden. Solltet ihr Velvet Crowe bisher jedoch noch überhaupt nicht begegnet sein und auch nur ein Fünkchen JRPG-Liebe in eurem Herzen verspüren, ist jetzt der Moment gekommen, sie bei ihrem Rachefeldzug zu begleiten. Und vielleicht ist es dann ja auch genau der Moment, den ich vor fast zehn Jahren erlebt habe: Der Beginn einer wundervollen Reise durch die Tales of-Saga.
Fazit
Tales of Berseria Remastered beweist bravourös, dass Neuauflagen heutzutage die eigene Erwartungshaltung auf die Probe stellen und von Publisher und Entwicklungsstudios wahres Fingerspitzengefühl erfordern. Erwartet man ein inhaltlich erweitertes Abenteuer mit brandneuen Handlungsabschnitten, generalüberholter Grafik und aufgewerteten Sound? Dann wird man beim Remaster-Wiedersehen mit Velvet Crowe schnell mit einer mittelschweren Enttäuschung konfrontiert. Wünscht man sich jedoch den Erhalt des bereits umjubelten Kerns und eine möglichst gezielte Annäherung an den modernen Videospielstandard, bekommt man hier für einen fairen Preis ein ordentliches Gesamtpaket, das auf der Switch zwar einige visuelle Federn lassen muss, aber vor allem Nichtkenner des Originals begeistern wird.
Immerhin werden die wahrhaft packende Rachegeschichte, die unfassbar sympathische Heldenriege, ein grandioser Sakuraba-Soundtrack, starke Synchronsprecher sowie ein ausgeklügeltes Kampfsystem um zahlreiche Quality-of-Life-Features erweitert, mit denen sich die gefährliche Reise durch die JRPG-Welt bedeutend dynamischer, flüssiger, runder anfühlt. Und wer einfach nur die Handlung erleben und sich mit all dem kämpferischen Schnickschnack gar nicht lange aufhalten möchte, darf mit dem bereits zu Beginn zugänglichen Grade Shop zahlreiche Hilfestellungen aktivieren und den ersten Durchgang somit in ein nicht minder unterhaltsames, dafür aber immerhin in ein nur selten wirklich forderndes Erlebnis verwandeln. Schade nur, dass Switch-Besitzer mit einer maximalen 1080p-Auflösung und 30fps-Bildrate leben müssen, während alle anderen Fassungen in beiden Kategorien eine bessere Performance erreichen.
Solltet ihr mit der Tales of-Serie also noch nie in Berührung gekommen sein oder noch keine Bekanntschaft mit Velvet Crowe gemacht haben, kommt ihr an Tales of Berseria Remastered eigentlich nicht vorbei und dürft den Rachefeldzug gleichzeitig als wundervolles Sprungbrett in eine spannende JRPG-Serie verstehen. Jahrelange Fans und Original-Besitzer werden angesichts der rudimentären Remaster-Bemühungen eventuell dann aber doch ausreichend Futter für Kritik am präsentierten Gesamtpaket finden. Ob man deshalb auf einen Neukauf verzichten sollte? Das bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Spätestens bei einem passenden Angebot oder einer ersten Preisreduzierung sollte man dem schlussendlich doch ansprechenden Remaster eine Chance geben.
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