Marvel's Spider-Man



  • Aus großer Lizenz folgt große Verantwortung


    Wir haben wirklich schon sehr, sehr viele Spider-Man-Videospiele testen dürfen. Und tatsächlich kratzten wir dabei nur sehr selten an der Gut-Wertungsoberfläche – obwohl hier gefühlt nur Fans des ikonischen Wandkrabblers sitzen.


    Nun hat Insomniac Games – bekannt für Perlen wie Spyro, Ratchet & Clank oder Sunset Overdrive– das Entwicklerzepter in die Hände bekommen und möchte dem Superhelden aus dem Hause Marvel mit all dem angesammelten Know-How ein Videospiel im Stil der qualitativ hochwertigen Arkham-Reihe kredenzen.


    Ob ihnen das mit Marvel's Spider-Man gelungen ist? Schwingt mit uns durch die Häuserschluchten Manhattans und erfahrt die Antwort!



    Wenn das Gute zum Schlechten führt


    Jeden Tag eine gute Tat! Ein wichtiges Motto, dass sich Peter Parker aka Spider-Man natürlich ganz besonders zu Herzen nimmt. Heute an der Tagesordnung: Wilson „Kingpin“ Fisk nach acht Jahren endlich zu Fall bringen!


    Und nachdem ein gemeinsam mit der örtlichen Polizei groß angelegter Angriff fast nach hinten losgeht, hat der flinke Superheld sein Ziel erreich. Der Kingpin sitzt im Gefängnis, sein gigantisches Imperium zerfällt, die gnadenlosen Verbrechenswellen scheinen endlich der Vergangenheit anzugehören.


    Doch genau hier irrt sich die Spinne gewaltig.


    Kaum wurde der Crime-Lord aus dem Verkehr gezogen, scheint Manhattan von einer Verbrechenswelle überschüttet zu werden. Ohne jegliche Kontrolle strömen die angriffslustigen Kriminellen aus ihren Löchern und versuchen, selbst an die Spitze der verbrecherischen Unterwelt zu gelangen.


    Und urplötzlich sieht sich Spider-Man mit einer tödlichen Bedrohung konfrontiert, gegen die Wilson Fisk wie ein kleines Hündchen wirkt. Aus dem Nichts erscheint nämlich ein neuer Bösewicht, der nicht einfach nur nach Geld oder Macht strebt, sondern ganz Manhattan mitsamt der Bevölkerung im Visier hat. Und dabei nicht nur der Spinne, sondern auch Peter Parker eine Reihe gravierender Probleme serviert.




    Ein Netz aus Problemen


    Anstatt sich auf eine Comic- oder Filmvorlage zu berufen, geht Insomniac Games mit Spider-Man einen völlig eigenen Weg und präsentiert eine brandneue Handlung, eingebettet in das eigens zusammengebaute Universum.


    Auf den ersten Blick folgt man dabei aber dem altbekannten Muster. Neuer Bösewicht kommt, hat einen wirklich schrecklichen Plan und Spidey als Held und auch als Mensch über sich selbst hinauswachsen, um den Tag zu retten und mit einem Lachen den nächsten Tag zu bestreiten.


    Und obwohl Insomniac Games diese Formel auch wirklich aufgreift, füllen sie diese mit spannenden Haupt- sowie Nebencharakteren, packenden Ereignissen sowie einigen Wendungen, wodurch selbst Comic-Fans immer wieder aufs Neue überrascht und gelegentlich sogar zu einem kleinen Tränenausbruch gebracht werden.


    Natürlich wollen wir gar nicht weiter auf die vielen Akteure und Handlungselemente eingehen – immerhin mag niemand Spoiler. Soviel sei aber gesagt: Insomniac hat es bravourös geschafft, Spider-Man und Peter Parker gleichermaßen in den Fokus zu rücken und die unterschiedlichen Probleme beider Persönlichkeiten auf eine Ebene zu bringen. Dadurch bearbeitet man im Laufe des Abenteuers nicht etwa zwei Baustellen, sondern trifft auf ein gigantisches Story-Konstrukt.


    Gespickt mit Humor, Drama, viel Action, Cameos und sogar geheimen Abspannsequenzen mag Spider-Man damit nicht das Handlungsrad neu erfinden, jedoch einen beeindruckend ambitionierten Comic-Plot erzählen, der unserer Meinung nach in Zukunft gerne immer weiter gewebt werden darf.




    Ich bin Spider-Man


    Ein Spidey-Game ohne Herumschwingen durch eine offene Spielwelt? Unbedenkbar! Und an dieser Stelle wollten wir auch gar nicht lange um den heißen Brei herumreden: Mit Spider-Man hat Insomniac Games die Schwungmechanik perfektioniert!


    Selten hat es so viel Freude bereitet, sich vom höchsten Gebäude der Stadt zu stürzen, per Gewichtsverlagerung an Geschwindigkeit zu gewinnen und sich anschließend mit einem Netzfaden knapp über den Autos loszuschwingen. Das Tempo, gepaart mit der verlässlichen Steuerung, erstklassigen Dynamik und schicken Spidey-Animationen macht das Ganze zu einem wahr gewordenen Fan-Traum: Wir sind Spider-Man!


    Allerdings muss man sich nicht nur auf das altbekannte Schwingen verlassen, sondern kann auch an Wänden entlangkrabbeln, horizontal an Wänden herumlaufen oder mit einem kräftigen Netzschwung eine scharfe Kurze nehmen. Im weiteren Spielverlauf eröffnen sich dann noch weitere Möglichkeiten, mit denen man noch rasanter durch die Straßenschluchten von Manhattan schwingen kann.


    Und wer sich jetzt schon unkontrolliert durch die Gegend liegen sieht, der darf beruhigt aufatmen. Zum einen hat man die Schwungsteuerung schnell verinnerlicht, zum anderen kann man via Schultertasten dann auch kurzzeitig die Zeit verlangsamen, um bestimmte Ankerpunkt gezielt anzuvisieren und schnell anzusteuern.


    Insomniac gibt euch auch die Option, euch per Karten-Menü in die U-Bahn zu schwingen und euren Wunschort zu erreichen. Aber seien wir ehrlich: Wenn das Ganze so fantastisch um- und in Szene gesetzt wird, will man auf die ebenso komfortable wie auch beeindrucke Transportvariante gar nicht verzichten.




    Postkarten-Qualität


    Gelegentlich fällt uns das kontrollierte Schwingen dann aber doch schwer. Grund hierfür ist jedoch nicht etwa die Steuerung, sondern das bildhübsche Manhattan, das uns immer wieder aufs Neue begeistert.


    Mit vielen, liebevoll eingefügten Kleinigkeiten wird ein lebendiges Gesamtbild erschaffen, in dem man sich nur wohlfühlen kann. Passanten gehen ihrem Alltag nach, Autos fahren durch die Gegend, Vögel verzieren den Himmel, Leuchtreklamen erhellen die Nacht. Reflektierende Hochhausfenster sowie ausmodellierte Innenräume, die wir bei Kletteraktionen betrachten dürfen, bilden da das schicke I-Tüpfelchen.


    Kombiniert mit wunderschönen Lichteffekten, erstklassig ausgearbeiteten Charaktermodellen (allen voran natürlich Spidey mit seinem Anzug) sowie cineastischen Zwischensequenzen stellt Insomniac Games eindrucksvoll unter Beweis, dass sie die Stärken der PS4 auszuspielen wissen. Und liefern mit einer fast durchweg konstant auf 30fps festgesetzten Bildrate, die selbst bei den vor Effekten was explodierenden Kämpfen nur selten minimale Einbrüche zulässt, ein weiteres Highlight – für PS4- sowie Pro-Besitzer!


    Einzig die Passanten scheinen bei ihrem täglichen Arbeitsweg eine kleine Abkürzung über eine Klonmaschine unternommen zu haben – anders können wir uns die oftmals drei- bis vierfachen Charaktermodelle in einer Menschengruppe nicht erklären. Aber mehr als Meckern auf hohem Niveau ist das dann letztlich auch nicht.




    Arkham Asylum auf Speed


    Leider reicht amüsantes Herumschwingen nicht aus, um Manhattan vor üblen Machenschaften zu bewahren. Dementsprechend wird es auch niemanden wundern, dass Spider-Man nicht gerade selten seine Fäuste sprechen lassen muss.


    Hier hat sich Insomniac Games eindeutig vom Freeflow-System derArkham-Titel inspirieren lassen. Schnell platzieren wir einige Hiebe bei Gegner A, weichen per Konter Gegner B aus und hüpfen dann via Netzschwung direkt zu Gegner C, um diesen weiter zu verdreschen. Parallel lädt sich eure Fokusleiste auf, die entweder zum Auffüllen eurer Gesundheit oder dem Einsatz eines wuchtigen Superangriffs genutzt werden darf.


    Eine billige Kopie des Kampfsystems wird man hier allerdings nicht finden. Vielmehr hat sich Insomniac sichtbar viel Mühe gegeben, eine ebenso zugängliche wie auch für Spider-Man sinnvolle Weiterentwicklung auf die Beine zu stellen. So stehen hier nicht etwa Wucht und Effektivität, sondern Geschwindigkeit und Kontrolle auf dem Programm – immerhin ist Peter Parker kein Muskelpaket, sondern ein athletischer Super-Akrobat.


    Wer einfach nur auf simple Angriff-Konter-Kombos setzt, der wird spätestens ab dem Handlungsmittelfeld alt aussehen. Hier muss man gezielt die Umgebung sowie seine Gadgets nutzen, Spezialangriffe für die dicken Brocken aufheben und etwaige Granaten und/oder Raketen als Wurfgeschoss umfunktionieren. Und wer leise vorgeht, der darf zuvor per Stealth-Angriff einige Schergen dann auch noch ohne große Gefahr aus dem Verkehr ziehen.


    Während das Ganze aufgrund des hohen Tempos anfangs noch etwas kompliziert abläuft, geht die Steuerung schnell in Fleisch und Blut über, wodurch man selbst schwer bewaffneten Superarmeen problemlos die Tränen in die Augen und seinen Kombo-Meter in ungeahnte Höhen treibt. Und die Kombo-Vielfalt stellt sicher, dass man seinen Stil immer weiter ausbauen und somit Langeweile effektiv entgegenwirken kann.


    Einziger Wermutstropfen: Trotz hervorragender Inszenierung fügen die Bosskämpfe keine neuen Elemente hinzu, sondern konzentrieren sich auf die Angriff-Ausweichen-Konter-Formel. Da wäre bei Elektro, Skorpion und Co. definitiv mehr möglich gewesen.




    Jede Spinne braucht ihre Upgrades


    Kein Superhelden-Game ohne coole Upgrades! Spider-Man bildet da selbstverständlich keine Ausnahme. Und liefert euch gleich an zwei Fronten zahlreiche Möglichkeiten, euren Spinnenfreund aufzumotzen.


    Zum einen (natürlich) die guten, alten Erfahrungspunkte. Wer brav Missionen erfüllt und Fieslinge aus dem Verkehr zieht, der kassiert wertvolle XP, die früher oder später im Levelanstieg und dadurch dem Erhalt von Fertigkeitspunkten münden.


    Diese darf man dann nicht nur in das Freischalten nur Angriffsmanöver, sondern auch für das Verbessern der eigenen Fortbewegungsmöglichkeiten investieren. Und ob nun Supersprung aus dem Stand, Entwaffnen per Netzschuss oder Optimieren eurer Fokusauffüllung, alle Upgrades dienen einem hilfreichen Zweck und verkommen nicht zur unnützen Spielerei.


    Verbrechensbekämpfung und Erfüllen der zahlreichen Nebenaufgaben bringen euch allerdings nicht nur Erfahrungspunkte, sondern auch unterschiedliche Abzeichen, die ihr für den Zusammen- und Ausbau neuer Gadgets benötigt. Wem der normale Netz-Shooter nicht reicht, der kommt so auch an Netzbomben, Netzminen oder Elektronetze.


    Spideys Repertoire wird somit stetig ausgebaut. Mussten wir uns zu Beginn noch primär auf unsere Fäuste verlassen, stehen wir am Ende der Handlung mit einem kleinen Arsenal an Gadgets und Geheimattacken bereit, das variantenreicher kaum ausfallen könnte. Da macht die Jagd nach Erfahrungspunkten und Abzeichen erst richtig Freude!




    Der Spinne neue Kleider


    Die eben erwähnten Abzeichen dienen jedoch noch einer anderen Funktion, die vor allem jahrelangen Spider-Man-Fans ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern wird: Das Freischalten brandneuer Kostüme, die unsere freundliche Spinne nicht nur mit einem neuen Look, sondern auch mit neuen Fähigkeiten ausstatten.


    Jeder Anzug ermöglicht euch das Aktivieren einer besonderen Fähigkeit Druck auf die Analogsticks und aktiviert erhöhte Angriffskraft oder automatische Fokus-Regeneration, füllt eure Gadget-Bestände wieder auf oder nimmt Feinden kurzzeitig die Möglichkeit, Verstärkung zu rufen.


    Der Clou: Obwohl jeder Anzug mit einer bestimmten Fähigkeit daherkommt, seid ihr nicht automatisch zu dieser Kombination verdonnert, sondern könnt euer favorisiertes Outfit auch mit einer gewünschten Verstärkung koppeln. Hervorragend, um den eigenen Kampfstil noch weiter zu verfeinern.


    Bei den eigentlichen Kostümen kommt man als Fan dann ins Schwärmen: Ob nun der Iron-Spider-, der Noir-, der Secret-War-Black- oder der Spirit-Spider-Suit, Insomniac hat die lange Historie des Wandkrabblers ausgiebig studiert, um euch nicht nur eine umfangreiche, sondern auch optisch beeindrucke Auswahl zur Verfügung zu stellen.


    Und ja, sicherlich fehlen noch einige brandheiße Favoriten, allerdings sind ja bereits drei DLC-Episoden angekündigt, die eurem Kleiderschrank eventuell weitere Kostüme (und darunter dann auch den schick-schwarzen Symbionten) hinzufügen.




    Verbrechen an jeder Ecke


    Abseits der Haupthandlung bombardiert euch Insomniac mit allerlei Neben- und Sammelaufgaben, die ein fleißiger Superheld natürlich nicht einfach ignorieren kann. Denn wenn in den Bezirken Manhattans ein Verbrechen gemeldet wird, ist Spider-Man natürlich da!


    So müssen wir feindliche Versteckte ausheben, wild durch die Gegend rasende Autos zum Stillstand bringen oder um sich schießende Schergen unschädlich machen. Im späteren Spielverlauf möchte ein geheimnisvoller Bösewicht dann auch noch eure Fähigkeiten prüfen und eröffnet euch eine Herausforderungsreihe, bei der ihr euch zum Erreichen des Highscores beim Schleichen, Kämpfen und Bombenentschärfen perfekt anstellen müsst.


    Anfangs läuft das Ganze dann auch tatsächlich angenehm abwechslungsreich ab und fühlt sich dank fehlender Ladezeiten und schnellen Abläufen auch sehr dynamisch an. Auf dem Weg zur nächsten Hauptmission ploppt plötzlich ein rotes Ausrufezeichen auf, woraufhin wir die Gefahr schnell erkennen und direkt bannen.


    Leider fangen diese Aufgaben schnell an, sich zu wiederholen. Wer alle Stadtteile aus verbrecherischer Hand befreien möchte, der wird vor allem gegen Ende mit einem Mini-Grind konfrontiert, bei dem die Motivationskurve spürbar sinkt. Selbst Nebenmissionen können diesen Sturz aufgrund oftmals belangloser Geschichten und Aufgaben nicht auffangen.


    Das gleiche Schicksal ereilt leider auch die Sammelaufgaben. Zwar lockern die Suche nach versteckten Rucksäcken, Tauben und ehemaligen Aufenthaltsorten einer alten Bekannten angenehm auf, bringen euch letztendlich dann aber nur eine eher mäßige Belohnung ein.


    Vielleicht sorgen kommende Updates für neue Aufgabentypen, die den Abwechslungsreichtum erhöhen. In dieser Form mögen sie zwar noch nicht ans Nervenkostüm gehen, sollten allerdings zum Seelenheil definitiv nicht an einem Stück angegangen werden.




    Heldentum als Schwächenbekämpfung


    Man kann Insomiac Games nicht vorwerfen, dass sie sich nicht um ausreichend Abwechslung bemüht hätten. Immerhin beherbergt das Abenteuer viele unterschiedliche Nebenbeschäftigungen, auch das Herumschwingen und Kämpfen wird durch optionale XP-Sonderziele (Befinde dich für 10000 Meter im freien Fall oder Schwinge 50000 Meter knapp über dem Boden) zum angenehmen Zeitvertreib.


    Selbst das eigentliche Gameplay wird gelegentlich auf den Kopf gestellt. So steuern wir auch Peter Parker sowie seine Love-Interest MJ, mit der wir uns dann sogar durch insgesamt zu simple, zum Glück aber nicht schrecklich nervige Stealth-Abschnitte schleichen dürfen.


    Es ist somit eine klar erkennbare, in den letzten Spielstunden sogar spürbare Schwäche, die vom erstklassigen Gameplay und Feeling jedoch erstklassig an die Leine genommen und somit dezent im Hintergrund gehalten wird. Ja, die Nebenaufgaben leiden an der typischen Open-World-Krankheit und werden schnell repetitiv. Das ist jedoch schnell vergessen, wenn man sich dann wieder filmreif an Wolkenkratzern vorbeischwingen und visuell beeindruckend Fieslinge vermöbeln darf.


    Somit erinnert uns Spider-Man tatsächlich sehr stark an Arkham Asylum. Ein gefeierter Titel, dem dennoch einige Schwächen attestiert wurden, die im anschließenden Sequel dann jedoch ausgemerzt wurden – und geboren wart ein bis heute gefeiertes Meisterwerk.


    Und nachdem wir mit Spidey die wohl bisher unterhaltsamsten Videospielstunden 2018 verbringen durften, können wir nur hoffen, dass Insomniac mit ihrer Geschichte den gleichen Weg gehen. Denn das Fundament für eine Meisterwerk-Reihe ist hiermit definitiv gelegt worden.



    Fazit


    Aus großer Lizenz folgt große Verantwortung. Und Insomniac Games hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie mit eben dieser Verantwortung umgehen können: Spider-Man ist ein phänomenales Superhelden-Erlebnis, das mit einem auf Hochglanz polierten Erscheinungsbild locker das Potenzial für mehrere Game-of-the-Year-Awards mitbringt.


    Dank packender Handlung, atemberaubender Optik, cineastischer Inszenierung sowie der wohl besten Schwungmechanik der Spidey-Videospiel-Geschichte sind wir nicht einfach nur ein simpler Beobachter, sondern fühlen uns zu jeder Sekunde wie der Wandkrabbler höchstpersönlich. Vor allem, wenn wir von einem gigantischen Wolkenkratzer springen, locker eine schwer bewaffnete Zehn-Mann-Arme vermöbeln oder uns an neuen Upgrades und Kostümen versuchen.


    Zwar stolpern die Entwickler gelegentlich über die typischen Open-World-Fallen – in erster Linie repetitive und inhaltlich belanglose Nebenaufgaben – können diese Mankos mit einer ellenlangen Liste positiver Aspekte jedoch erstklassig kaschieren.


    Spider-Man ist somit trotz einiger Schwächen zum erhofften Superhelden-Highlight geworden, das die eher mäßigen Titel der Vergangenheit vergessen macht. Und die Hoffnung weckt, dass Insomniac Games dieser Welt trau bleibt und noch weiter in Richtung Perfektion führt.

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