Princess Peach: Showtime!

Mach Platz, Mario! Hier kommt Prinzessin Peach!


Seit ihrem ersten Auftritt im 1985 erschienenen Super Mario Bros. gab sich Nintendo redlich Mühe, die dauerhaft gekidnappte Prinzessin Peach nicht einfach nur im Schatten des namhaften Klempners versauern zu lassen, sondern die anfängliche Rolle der „Damsel in Distress / Jungfrau in Nöten“ eher als Sprungbrett in Richtung einer ernstzunehmenden Videospielfigur zu nutzen. Kein Wunder also, dass Bowsers liebstes Entführungsopfers im Laufe der Folgejahre in zahlreichen Serien als spielbare Figur auftauchte, Held Mario aber oftmals im titelgebenden Fokus blieb.


20 Jahre später war der große Moment dann aber gekommen, das Rampenlicht endlich auf Peach gerichtet. Denn mit Super Princess Peach für den Nintendo DS durfte sich die Prinzessin 2005 (in deutschen Gefilden sogar erst 2006) in ihr völlig eigenes Abenteuer stürzen und mit einem sprechenden Regenschirm für Recht und Ordnung sorgen. Ein Moment, auf den viele Fans scheinbar gewartet hatten, erwies sich das Ganze doch als kleiner Überraschungserfolg und knackte sogar die magische Marke von über eine Million verkauften Einheiten. Wer hätte ahnen können, dass die Wartezeit auf ein Sequel abermals fast zwei Jahrzehnte betragen würde?


2024 führt Nintendo diese unliebsame Geduldsprobe allerdings zu einem ebenso gnädigen wie auch erlösenden Ende, verbannt Mario temporär in den Hintergrund und verwandelt die toughe Herrscherin über das Pilz-Königreich in Princess Peach: Showtime! abermals zur alleinigen Heldin. Doch ob sie auch auf der Switch Begeisterungsstürme auslösen und an die Erfolge der fernen Vergangenheit anknüpfen kann oder Marios spielerischem Evolutionssprung erbarmungslos hinterherhinken muss, verrate ich euch im Test.


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Die Theater-Show muss weitergehen!


Wir alle haben uns gelegentlich mal eine mentale Auszeit vom stressigen Alltag verdient. Prinzessin Peach bildet hierbei keine Ausnahme, steht ihr als Herrscherin über das Pilz-Königreich sowie Mittelpunkt von Bösewicht Bowsers finsterer Entführungswelt doch nur eine streng limitierte Freizeit zur Verfügung. Da kommt eine anschauliche Aufführung im glamourösen Funkeltheater wie gerufen! Gemeinsam mit zwei Toads macht sie sich also kurzerhand auf die Reise, um die strapazierte Prinzessinnen-Seele einfach mal baumeln zu lassen. Doch auch mit ausreichend Abstand zu Mario, Bowser und Co. scheint Peach den Ärger magisch anzuziehen.


Urplötzlich taucht nämlich die unheimliche Hexe Grape mitsamt ihrer Sauertruppe (allein damit kommen Obstfreunde bereits vollends auf ihre Kosten) auf, entführt alle Darsteller und bringt das gesamte Theater unter ihre Kontrolle. Flucht für die zahlreichen Besucher? Hoffnungslos! Und als wäre es nicht schon schlimm genug, dass Peach an ihrem freien Tag unerwartet doch noch zur Gefangenen wird, verliert sie im Tumult dann sogar noch ihre glänzende Krone. Glücklicherweise lässt sich die Prinzessin dadurch allerdings nicht entmutigen und sagt der mächtigen Widersacherin den Kampf an.


Dass sie dabei nicht unbedingt Mario als Unterstützer braucht, hat die wackere Heldin bereits ausreichend beweisen – eine helfende Hand ist bei solch einer fordernden Mission aber trotzdem wünschenswert. Bühne frei für Stern und Funkelfee Stella, die mit ihrer dürftigen Leistung als Wächterin des Theaters während der ersten Spielminuten zwar eher negativ auffällt, sich mit ihren einzigartigen Kräften anschließend dann aber doch zur unverzichtbaren Begleiterin mausert. Dank ihrer magischen Schleife erhält Peach nämlich Zugriff auf ein stattliches Kostüm-Sammelsurium, das verschiedene Fähigkeiten freischaltet und dem Aufbäumen gegen Grapes fiese Pläne überhaupt erst realistische Chancen verpasst.


Wenig überraschend deckt meine Zusammenfassung wie bereits bei den ebenfalls im Mario-Universum verorteten Nintendo-Titeln der jüngsten Vergangenheit einen Großteil der Haupthandlung von Princess Peach: Showtime! ab, abseits eines Showdowns und einen harmonischen Schlussakts werden also keinerlei Wendungen, Überraschungen oder sonstige nennenswerte Highlights geboten. Dadurch fungiert das Intro eher als Aufbau einer facettenreichen Gameplay-Bühne, auf der erzählerische Elemente nichts verloren haben – eine bewusste Entscheidung, die Serien-Fans allerdings überhaupt nicht schockieren dürfte. Und dementsprechend dürfen diese sich über ein eindeutig im Mittelpunkt stehendes Theater freuen, das mit kreativem Facettenreichtum und bravouröser Inszenierung die beim narrativen Part ausbleibenden WOW-Momente wettmachen.



Bühnenkulissen zum Verlieben


Dieser Umstand ist primär der zuständigen Videospielschmiede Good-Feel (hauptsächlich bekannt für die Arbeit an den zuckersüßen Yoshi's Woolly World, Yoshi's Crafted World oder Kirby und das magische Garn) zu verdanken, die gekonnt über eine ziemlich große Entwicklungsfalle gesprungen ist. Anstatt sich nämlich ausnahmslos an den beliebten Abenteuern des weltweit bekannten Klempners zu orientieren und die Prinzessin mitsamt eines witzigen Gimmicks stupide hineinzukopieren, wird das Funkeltheater nicht einfach nur als hübsch anzuschauendes, sondern auch als spielerisch unverzichtbares Setting verwendet, dessen dadurch entfesseltes Potenzial neben herrlichem Abwechslungsreichtum auch eine grandiose Augenschmaus-Kollektion garantiert.


Strenggenommen ist der generelle Ablauf auf den ersten Blick dennoch ähnlich: Als Peach visiere ich die vielen Bühnen des Theaters an, auf denen die teils herrlich abgedrehten 2D-Level stattfinden. Beim Marsch von links nach rechts muss ich mich dann entweder garstigen Widersachern stellen, kleinere Sprungeinlagen bestehen oder amüsante Sonderaufgaben bewältigen, um das glorreiche Ende zu erreichen. Wichtigster Unterschied ist die Tatsache, dass mich das Betreten des darstellerischen Podiums nicht einfach nur in eine fremde Dimension wirft. Vielmehr werden die ebenso farbenfrohen wie auch fantasievollen Welten durch ein aufwendiges Szenenbild geschaffen, das vor anschaulichem Detailreichtum regelrecht explodiert.


Anstatt durch zahlreiche Level hüpfe ich mit Prinzessin Peach also folglich durch diverse Stücke, in denen das Zusammenspiel aus grafischen Feinheiten und musikalischem Ideenreichtum kaum vortrefflicher sein könnte. Ob ich mich nun durch den Wilden Westen, ein gruseliges Schloss, eine futuristische Weltraumstation oder eine Unterwasserwelt bewege, werde ich stets von einer wohlig-dichten Atmosphäre begleitet, werde dabei aber durchgehend liebevoll daran erinnert, dass es sich hierbei weiterhin „nur“ um ein Theaterstück handelt. Ein Theaterstück, bei dem alle beteiligten kreativen Köpfe augenscheinlich vollkommen steilgehen und der prunkvollen Fantasie freien Lauf lassen durften, gleichzeitig aber auch darauf geachtet haben, dass all diese grundverschiedenen Welten exzellent ineinandergreifen.


Schade nur, dass längere Ladezeiten und deutlich wahrnehmbare Framerate-Einbrüche die prächtige Performance oftmals ins Straucheln bringen, der fehlende Feinschliff manchmal einfach zu stark in den Mittelpunkt gerät. Glücklicherweise erweisen sich die positiven Aspekte sowie die Eleganz jeder einzelnen Aufführung dann doch als phänomenale Ablenkungsmanöver, die solche inszenatorische Unpässlichkeiten rasant in das gedankliche Hinterkämmerchen verschieben können und etwaige Probleme höchstens zur marginalen Randnotiz in einer ansonsten tosenden Lobeshymne verkommen lassen. Wäre es wünschenswert, dass Good-Feel auch diese letzten Macken ausbügelt? Zweifelsfrei. In dieser Form ist es aufgrund einer optimalen Spielbarkeit und einem enorm hohen Unterhaltungsfaktor allerdings definitiv keine Pflicht.



Magische Kostümwechsel


Seien wir ehrlich: Spätestens seit der Veröffentlichung des Super Mario Bros. Films wissen wir, dass Peach schwierige Situationen dank ihrer toughen Art auch im Alleingang meistern kann. Princess Peach: Showtime! macht jedoch frühzeitig deutlich, dass gegen eine Schurkin wie Grape eben doch eine übernatürliche Hilfestellung notwendig ist. Und damit alle Stücke erfolgreich beendet, alle Feinde besiegt und die gekidnappten Schauspieler gerettet werden können, erhält die Heldin Zugriff auf eine Reihe schicker Kostüme, die nicht nur mit ihrer Eleganz jedem Modeschöpfer Freudentränen in die Augen treiben würden, sondern zugleich allesamt einzigartige Fähigkeiten entfesseln.


Und als wäre die Rolle einer Prinzessin nicht schon strapaziös genug, geht Peach in ihrem zweiten Solo-Abenteuer in die Vollen und stellt ein beeindruckendes darstellerisches Repertoire zur Schau. Eiskunstläuferin oder Meerjungfrau? Kein Problem! Ninja oder Kung-Fu-Kämpferin? Ebenfalls machbar! Meisterdiebin, Detektivin oder Patissière? Für Peach selbstverständlich auch ein Kinderspiel! Insgesamt zehn Kostüme möchten ausprobiert werden, lassen also vor allem das Herz von Cosplay-Fans regelmäßig höherschlagen.


Kleiner Wermutstropfen: Diese stattliche Auswahl steht mir nicht jederzeit zur Verfügung, ein rasanter Wechsel via kurzem Knopfdruck ist also nicht möglich. Klingt nach einer kleineren Enttäuschung, erweist sich in der Praxis dann aber tatsächlich als ein spielerischer Clou. Jedes Outfit ist nämlich an ein spezifisches Theaterstück gebunden und somit auch einen völlig individuellen Gameplay-Stil an Bord. Logisch, immerhin muss Peach beim Streifzug über etliche Bühnen auch in unterschiedliche Rollen schlüpfen und braucht daher ein breites Kleidungs- Kräftesortiment, um den darstellerischen Aufgaben annähernd gerecht zu werden.


Die perfekte Chance für Good-Feel, Princess Peach: Showtime! mit der gefeierten Levelvielfalt eines handelsüblichen Mario-Titels auszustatten. Und obwohl das bereits erwähnte 2D-Grundgerüst fast durchgehend erhalten bleibt, wurde die Chance vor allem bei den eigentlichen Aufgaben erstklassig genutzt – und genau an dieser Stelle kommt der eingangs erwähnte Abwechslungsreichtum ins Spiel. Beispielsweise muss Peach mit Pferd und Lasso einem Zug hinterherjagen, mit akrobatischen Martial-Arts-Manövern für Recht und Ordnung sorgen, unbemerkt durch mehrere Areale schleichen, zum Lösen eines geheimnisvollen Rätsels Hinweise und Zeugenaussagen einsammeln oder mit viel Timing und Geschick köstliches Gebäck kre- und anschließend dekorieren. Da hat Langeweile kaum eine Chance!


Und ja, bei einigen Kostümen – vor allem bei denen aus der Kampf-Kategorie – ergeben sich in puncto Steuerung und Gameplay gelegentlich dann doch einige Schnittstellen, wodurch die eigentlich so wichtigen Alleinstellungsmerkmale leicht abgeschwächt werden. Und aufgrund des breiten Genre-Fächers wird eventuell auch nicht jedermanns Geschmack getroffen, holen manche Passagen doch eher Action-, andere eher Rätsel- oder Stealth-Freunde ab. Objektiv betrachtet fallen jedoch alle Segmente herrlich erfinderisch aus, bringen immer wieder frischen Wind in die Theaterrettung und halten dabei dann eben diese Überraschungen und Highlights bereit, die bei der Haupthandlung sträflich vermisst werden.



Ausschweifende Kreativität schlägt anspruchsvolle Herausforderung


Eine Sache haben alle Kostüme jedoch gemeinsam: All die mit ihnen in Verbindung stehenden Theaterstücke sind eindeutig im niedrigen Schwierigkeitsbereich verortet, bringen Hardcore-Mario-Fans also nicht einmal ansatzweise ins Schwitzen. Zwar wird der Weg in Richtung Showdown mit Grape dann doch mit kleineren Herausforderungen gespickt, dennoch lässt sich auch in diesen Passagen kaum abstreiten, dass sich Princess Peach: Showtime! eher an jüngere Demographie sowie an ungeübte Gamer mit dem Wunsch nach angenehmer, da zu keinem Zeitpunkt überfordernder Unterhaltung richtet.


Prinzipiell wäre ein solches Vorgehen kein nennenswertes Problem, hat Nintendo in der Vergangenheit doch bereits bewiesen, dass sich mit einer durchdachten Schwierigkeitskurve eine enorm große Zielgruppe ansprechen lässt. Bestes Beispiel: Super Mario Bros. Wonder oder das erst vor kurzem veröffentlichte Remake von Mario vs. Donkey Kong, die sich beide mit einer eher leichten Hauptkampagne an die breite Gamer-Gemeinde richteten, mit optionalen Experten-Levels dann aber ordentlich auf das Schwierigkeitspedal gedrückt haben. Wer keine Lust auf solch eine Herausforderung hatte, durfte den Abspann dennoch genießen, während die hochmotivierte Profi-Crew mit verzwickten Rätseln und strapaziösen Sprungeinlagen an den Rand des Wahnsinns getrieben wurde.


Dass dieses Versäumnis die Prinzessin nicht zum Stolpern bringt und die Aufführung urplötzlich in eine Vollkatastrophe verwandelt, ist der bereits in höchsten Tönen gelobten Kreativität des Entwicklerteams zu verdanken. Da mich jedes Stück mit einer einzigartigen Atmosphäre sowie besonderen Missionszielen begrüßt und mich dadurch nebenbei freundlichst zur spielerischen Neuorientierung einlädt, fällt mir der niedrige Schwierigkeitsgrad kaum auf. Und wenn ich mich auf der Zielgeraden dann unerwartet doch besser konzentrieren und stellenweise sogar aufpassen muss, schmerzt das Fehlen zusätzlicher Level, freischaltbarer Zeitrennen oder anderer Highscore-Scharmützel dann auch nicht mehr. Wie bei einem angenehmen Spaziergang, bei dem weder das Tempo noch die besonderen Happenings, sondern einfach nur die wohltuende Mini-Reise im Mittelpunkt steht.


Krönendes Highlight sind allerdings nicht etwa die erfinderisch dekorierten Bühnen des Funkeltheaters, sondern die Begegnungen mit Grapes besonders schlagkräftigen Gesellen, die Peach immer wieder einen Strich durch die Rettungsmission machen wollen. Die daraus resultierenden Bosskämpfe erfordern zwar ebenfalls keine strategisch versierten Schlachtpläne, erweisen sich allerdings als ebenfalls fantasievolle Duelle, die sich mit amüsanten Einfällen geschickt an das eigentliche Hauptstück anheften. Nach den eher mäßig ansprechenden und oftmals abseits einiger visueller Anpassungen identisch ablaufenden Endgegnerkämpfen bei Super Mario Bros. Wonder – ja, der Titel wird im Rahmen dieses Tests zum Dauerbeispiel – erhält Princess Peach: Showtime! allein dafür ein funkelndes Belohnungssternchen.



Ein kurzer Theaterausflug ohne Langeweile


Allerdings müssen mangelnde Herausforderung und spielerische Anspruchslosigkeit nicht als Hauptprobleme, sondern eher als Teilaspekte eines übergeordneten Nachteils bezeichnet werden. Kombiniert mit einer überschaubaren Menge an zur Verfügung stehenden Theaterstücken ergibt sich nämlich eine erschreckend kurze Gesamtspielzeit, die sogar durch einige Sammelobjekte und versteckte Geheimnis kaum nach oben geschraubt wird. Tatsächlich konnte ich Princess Peach: Showtime! nach bereits zehn Stunden, beziehungsweise in meinem Fall während eines entspannten Wochenendes, erfolgreich beenden.


Leider gab es dann auch kaum Anreiz, direkt ein einen weiteren Durchgang zu starten oder bereits absolvierte Level erneut anzugehen. Zum einen hatte ich einen Großteil der Sammelobjekte bereits bei der ersten Runde ergattert und fast alle für Peach verfügbaren Alternativkleider im Funkelgeschäft käuflich erworben. Zum anderen bieten sich nur wenige Stücke für eine stressbefreite Wiederholung an. Anstatt sich nämlich an den zahlreichen Mario-Abenteuern zu orientieren und auf 2D-Missionen im Snack-Format zu setzen, fallen einige Bühnen ungewöhnlich ausschweifend aus, erstrecken sich über mehrere Akte und sind zudem mit längeren Dialogen und nicht überspringbaren Zwischensequenzen gefüllt. Und wenn der verpasste Schatz dann im letzten Viertel wartet, zieht sich die Suchaktion gerne mal wie ein langgezogener Kaugummi.


Damit bleibt schlussendlich nur eine Frage: Ist solch ein zeitlich limitiertes Abenteuer dann überhaupt den geforderten Vollpreis wert? Und leider lässt sich darauf keine aufschlussreiche Antwort geben. Ihr wollt in feinster Mario-Manier bereits beendete Welten immer wieder aufs Neue erkunden, eure früheren Bestmarken knacken und nach wochenlanger Übung vielleicht sogar kleinere Speedrun-Spielereien ausprobieren? Dann richtet sich Princess Peach: Showtime! nicht an euch. Freut ihr euch allerdings über durchweg feinste Unterhaltung, begeisternde Ideen und spielerische Abwechslung frei jedweder Langeweile, solltet ihr durch die weit geöffneten Pforten des Funkeltheaters schreiten.


Und obwohl dieses Fazit sicherlich nicht jedem Fan schmecken wird, haben Nintendo und Good-Feel damit die richtige Entscheidung getroffen. Anstatt nämlich Mario blind nachzueifern und dessen üblichen Eskapaden mit etwas mehr Rosa und Glitzer auf Peach auszurichten, hat die Prinzessin ihr völlig eigenes, ernstzunehmendes Abenteuer spendiert bekommen, das problemlos auf eigenen Beinen stehen und mit individuellen Stärken beeindrucken kann. Und mit einer nun geöffneten Schatzkiste voll kreativer Einfälle auch gleich die perfekte Bühne für ein potenzielles Sequel spendiert bekommen – vielleicht dann auch mit einigen Experten-Leveln.


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Fazit


Dass Prinzessin Peach sich nicht im Schatten des weltweit bekannten Klempners zu verstecken braucht, dürfte spätestens seit einigen fulminanten Gastauftritten sowie der ersten eigenen DS-Sause bekannt sein. Mit Princess Peach: Showtime! wird diese Tatsache allerdings erneut bravourös unterstrichen – denn mit einem herrlich unterhaltsamen Switch-Abenteuer präsentiert die Heldin ihren Fans einen unvergesslichen Theaterausflug, der mit diversen spielerischen Highlights gefüllt ist.


Videospielschmiede Good-Feel sorgt mit zahlreichen Kostümen, abwechslungsreichen Gameplay-Elementen und einer ebenso zuckersüßen wie auch enorm kreativen Präsentation für kurzweilige Unterhaltung, die regelmäßig aufs Neue überraschen und ausgelassene Lacher auslösen kann. Dass dabei nicht jedes Stück das höchste Qualitätsniveau erreichen kann, Profis aufgrund vorherrschender Anspruchslosigkeit eher in die Herausforderungsröhre schauen und das Ganze selbst mitsamt der Jagd nach optionalen Sammelobjekten nach knapp zehn Stunden beendet ist, mag sicherlich Raum für negative Worte erschaffen, die insgesamt positive Vorstellungsrezension aber vor allem für die angepeilte Zielgruppe – junge und Gelegenheitsgamer sowie treue Anhänger des Mario-Universums – nur peripher tangieren.


Dementsprechend wird das lange Warten auf ein brandneues Peach-Erlebnis vielleicht nicht mit einem perfekten, aber immerhin mit einem zweifelsfrei grandiosen Auftritt belohnt, der aufgrund einer knapp bemessenen Spielzeit schonungslos Lust auf mehr macht. Bleibt zu hoffen, dass sowohl die lobenden Journalisten- und Fan-Worte als auch die (hoffentlich) zufriedenstellenden Verkaufszahlen ein eindeutiges Signal in Richtung Nintendo schicken und die Arbeiten an einer eventuellen Fortsetzung dadurch früher beginnen dürfen. Ein weiteres Jahrzehnt in der Entwicklungspipeline hat Prinzessin Peach nämlich definitiv nicht verdient.

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