Tsugumomo Volume 1



  • Die perfekte Waffe gegen garstige Youkai? Ein von einem Tsukumogami beseelter Obi, natürlich!


    Eines Tages begegnet Kazuya Kagami, ein ganz normaler Junge, der wunderschönen Kiriha, welche in einem Kimono gekleidet ist.


    Auch wenn Kazuya keine Erinnerung an sie hat, begrüßt sie ihn mit einem freudigen "Lange nicht gesehen!". Tatsächlich ist Kiriha ein Tsukumogami und in Wirklichkeit der Obi von Kazuyas Mutter, den er seit ihrem Tod bei sich trägt.


    Alle möglichen bizarren Ereignisse geschehen um die sadistische Schönheit, die in Kazuyas Leben getreten ist und dabei hat diese Actionkomödie gerade erst ihren Anfang gefunden!




    Bereits bei einer Japanreise im Jahr 2008 fragte ich mich, wann es zu Tsugumomo wohl einen Anime geben wird. Denn kaum hatte ich die ersten Kapitel des gleichnamigen Manga durchgelesen, war ich mir sicher: Bei solch einem Plot ist feinste Anime-Unterhaltung doch garantiert!


    Umso überraschter war ich, dass die Erstausstrahlung erst im April 2017 erfolgte, die deutsche Veröffentlichung sogar erst 2018. Weniger überrascht war ich aber, dass meine anfängliche Meinung sich bewahrheitet hatte. Tsugumomo ist wirklich allerfeinstes Anime-Material!


    Allerdings muss man an dieser Stelle ehrlich sein: Das Rad erfindet der Anime definitiv nicht neu. Im Gegenteil, abseits des Plot-Punkts rund um den Obi der verstorbenen Mutter wird der Zuschauer regelrecht mit einer Welle an altbekannten Klischees und auch Abziehbildchen der Haupt- und Nebencharaktere bombardiert.


    Tsugumomo schafft es aber, dieses Manko mit einer fantastischen Mischung aus Action, Humor und Ecchi abzufedern. Schnell wird deutlich, dass man nicht in einen komplexen Handlungsabgrund mit Oscar-Ambitionen gezogen werden, sondern mit einem breiten Lächeln und freudiger Erwartung auf nackte Tatsachen sein Gehirn herunterfahren und sich auf eine unterhaltsame Anime-Fahrt einstellen soll. Und das funktioniert!


    Die Gags sitzen, die Action liefert ab, die Erotik wird passend dosiert. Tsugumomo macht alles richtig, kann aber über gelegentlich etwas zu generische und merkwürdig bekannt vorkommende Momente nicht ganz hinwegtäuschen. Irgendwie beschlich mich immer wieder das Gefühl, die Charaktere irgendwo schon mal gesehen zu haben, was bei einer Zusammensetzung aus dem Genre-Charakter-Pool auch nicht weiter verwundert.


    Doch manchmal ist es eben genau das, was man sich von einem Anime wünscht. Keine Revolution, einfach nur gute, alte, humorvolle Unterhaltung. Mit ein wenig Action. Und mit ein wenig nackter Haut. Und einem abgedrehten Plot, der lange genug bei Laune hält, um zu keinem Zeitpunkt zu langweilen. Tsugumomo hat das alles an Bord.




    Bild

    Für viele mag Zero-G zwar noch nicht zu den Big Playern das Animationsbusiness zählen, allerdings hat das Studio bereits zahlreich bewiesen, dass hier viele Talente mit anschaulichen Fähigkeiten sitzen.


    Kein Wunder also, dass auch Tsugumomo eine sehr gute Figur macht. Hervorragend in Szene gesetzte Kämpfe, eine perfekte Schärfe und ebenso detailreiche wie auch farbenfrohe Bilder holen das Beste aus dem Blu-ray-Format raus und wissen dadurch vor allem auf dem großen HD-Bildschirm zu gefallen.


    Selbst dunkle Passagen verschlucken aufgrund des gelungenen Kontrasts keinerlei Details und lassen letztendlich nur einen Schluss zu: Wer Zero-G bisher wirklich nicht auf dem Plan hatte, der sollte diesen Fehler lieber direkt beheben.




    Sound


    Gerade bei stark humoristisch angelegten Animes mit einer abgedrehten Note freue ich mich immer auf die japanische Sprachausgabe. Immerhin sind die oftmals unerhört hoch ausfallenden Stimmen hier perfekt stationiert. Tsugumono stellt hier dankenswerterweise keine Ausnahme dar: Mit fiepsigen Stimmen und schnellem Sprachtempo wird der verrückte Humor nicht nur visuell, sondern auch auditiv astrein rübergebracht.


    Zwar kommt die deutsche Variante nicht ganz an dieses Niveau heran, gibt sich mit passend gewählten Sprecher jedoch hörbar viel Mühe. Gelegentlich fallen die Betonungen von Leoni Oeffinger, Tim Kreuer und Co. zwar nicht ganz so perfekt wie im japanischen Original aus, nähern sich diesem jedoch fast durchweg so nah an, dass man hier gut und gerne mal den Hut vor dem Synchronstudio ziehen darf.


    Abseits davon darf man sich noch über eine gelungene Soundkulisse freuen, die trotz eines DTS-HD MA 5.1-Formats insgesamt sehr frontlastig ausfällt, Dialogen, Soundeffekten und Musik jeweils genug Platz zur Entfaltung einräumt. Und in der deutschen Variante insgesamt etwas mehr Wucht mitbringt.




    Extras


    Booklet

    Sticker

    Unzensiertes Wendecover

    Ich mag Booklets. Und diese müssen gar nicht mal prunkvoll aufgemacht und im Hardcover-Format sein. Ich freue mich einfach, wenn ich nach dem Anime-Genuss zusätzliche Infos durchlesen und mich über eine farbenfrohe Gestaltung freuen darf.


    Und somit hat nipponart mit dem Tsugumomo beiliegenden Booklet voll ins Schwarze getroffen. Zwar hat man auf eine wertige Aufmachung verzichtet, bietet neben einem kurzen Episodenguide jedoch noch wissenswerte Charaktervorstellungen sowie ein informatives Glossar, die beide mit Szenenbildern ausgeschmückt wurden. Kein unendlicher Lesespaß, aber eine wirklich nette Dreingabe.


    Zusätzlich wartet noch ein schicker Sticker sowie ein Wendecover, das die Blu-ray-Hülle mit einem kurzen Handgriff in einer unzensierten Variante erstrahlen lässt. In Anbetracht von Kirihas jungem Erscheinungsbild sicherlich nicht jedermanns Sache, allerdings wird es dafür definitiv den einen oder anderen freudigen Abnehmer geben.




    Fazit

    Eines vorweg: Mit der ersten Volume erfindet Tsugumomo das Genre-Rad nicht neu. Das ist allerdings auch gar nicht notwendig: Denn mit einem perfekt abgestimmten Humor-Action-Ecchi-Cocktail bekommen Zuschauer auch so schmackhafte Anime-Unterhaltung geboten, die jederzeit bei Laune hält.


    Abgerundet wird das Ganze von einer ansprechenden Bildqualität, qualitativ ebenbürtigen Sprachausgaben sowie einem schlichten, aber schicken Booklet, das als perfekte Informationsquelle dient.


    Wer sich also einfach mal mit solider Anime-Unterhaltung zufrieden gibt und nicht immer gleich das nächste deepe Super-Highlight mit komplexem Handlungsgerüst erwartet, der beim Kauf von Tsugumomo Volume 1 nichts falsch. Und kann anschließend mit dem Kauf eines (eventuell ja sogar einen Tsukumogami beherbergenden) Obis liebäugeln, bevor die weiteren Volumes erscheinen.


    Name: Tsugumomo Vol. 1 [Blu-ray]
    Verleih:
    nipponart
    Bild:
    16:9 1080p
    Ton:
    DTS-HD MA 5.1 (Deutsch), PCM Stereo (Japanisch)
    Untertitel:
    Deutsch

    Laufzeit: ca. 100 Minuten

    Freigegeben ab: 16 Jahren

    Mehr Infos findet ihr hier!

    Für alle Bilder in unserem Test gilt:
    © Yoshikadu Hamada · Futabasha / Tsugumomo committee

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