Cardcaptor Sakura - The Movie



  • Ein magisches Film-Abenteuer – auch für Nicht-Fans?


    Als Sakura eine Reise nach Hongkong für vier Personen gewinnt, sind die Ferien perfekt.


    Wären da nicht diese seltsamen Träume: Sie steht in einer großen, unheimlichen Halle, überall ist Wasser, dann ziehen sie Stoffbänder in das kühle Nass zu ihren Füßen.


    Doch das ist nur der Auftakt zu einem spannenden Abenteuer voller Gefahren, in dem Sakura zum ersten Mal gegen eine menschliche Bedrohung statt nur gegen die Karten kämpfen muss: Denn diesmal sind auch ihre Freunde in großer Gefahr...



    Mit einer zeitlichen Positionierung zwischen den beiden ersten Staffeln des Animes dürfte es niemanden überraschen, dass sich Cardcaptor Sakura – The Movie letztlich wie eine verlängerte Episode anfühlt. Wie sollte es auch anders sein, wenn gefühlt das gesamte Animations- und Produktionsteam an Bord ist?


    Von der ersten Minute taucht man somit direkt ins Geschehen ein, trifft auf geliebte Charaktere, fühlt sich der magischen Atmosphäre begrüßt, lauscht altbekannten Melodien. Für Fans wird dadurch ein regelrechtes Freudenfeuerwerk entzündet, das erst mit dem Abspann wieder erlischt.


    Neueinsteiger blicken hier natürlich nicht wirklich durch, werden den Beginn gar als unliebsamen, da unglaublich verwirrenden Einstieg in die Cardcaptor-Sakura-Welt empfinden. Tatsächlich macht der Film deutlich, dass man hier keine neue Zielgruppe ergründen, sondern vielmehr den zahlreichen Fans ein farbenfrohes, filmisches Bonbon kredenzen wollte, Neulinge bleiben dabei auf der Strecke.


    Für diese gibt es aber auch abseits der Handlung immerhin einige Schauwerte. Einerseits ziehen die liebenswerten Hauptakteure selbst Nichtkenner schnell in ihren Bann, zudem eröffnet das magische Abenteuer in Hongkong ein völlig neues, rasantes und auch actionreiches Spielfeld, für das keine ausschweifenden Vorkenntnisse benötigt werden. Immerhin muss man kein Anime-Profi sein, um mitzulachen und mitzufiebern.


    Dennoch ist es ratsam, Cardcaptor Sakura – The Movie als kleinen Schubs in Richtung Anime zu sehen und zunächst zur ersten Staffel zu greifen. Bereuen wird man es (vor allem als Magical-Girls-Fan) definitiv nicht und kann dann wirklich jeden liebevollen Aspekt der narrativen Filmebene vollends auskosten.



    Leider birgt die gefühlte Episodenstruktur auch einige Gefahren, die sich aber der zweiten Hälfte von Cardcaptor Sakura – The Movie leider unschön zeigen.


    Mit einer Laufzeit von knapp 90 Minuten muss man sich logischerweise entschieden, wo genau der eigentliche Schwerpunkt gesetzt wird. Und wenn man einer beliebten Serie einen Kinofilm spendiert, muss der auf der Leinwand natürlich so richtig knallen – nur so können wir uns den Fokus auf das Action-Element erklären.


    Narrative Aspekte und Charakterentwicklungen kommen dadurch insgesamt zu kurz, wirken gelegentlich sogar schnell reingedrückt, um den angedachten Plot-Verlauf zu garantieren. Dadurch wirkt das Gesamtbild irgendwie unvollständig, lückenhaft, unrund und reißt den Zuschauer somit gerne mal aus dem Geschehen.


    Diese Problematik zeigt sich beim Ende in all ihrer Vollkommenheit – keine Sorge, Spoiler gibt es hier keine. Insgesamt wird das Gefühl einer handelsüblichen Anime-Episode vermittelt, kein epischer Filmabschluss, keine Schließung eines handlungstechnischen Kreises, kein Abschluss eines zuvor aufgebauten Plot-Strangs. Alles wirkt zu klein gedacht, ohne Film-Bombast.


    Fans wird das sicherlich nicht stören: Cardcaptor Sakura – The Movie fühlt sich immerhin wie eh und je an, ist farbenfroh, bringt zum Lachen, hat einige emotionale Momente und unterhält. Letztlich ist es also das klar erkennbare, kaum genutzt Potenzial, das ein wenig schmerzt. Immerhin merkt man deutlich, dass hier viel, viel mehr möglich gewesen wäre, Madhouse aber lieber auf Sicherheit spielte und auf gewohnt gutem Anime-Level ablieferte, anstatt nach den starken Film-Sternen zu greifen.



    Bild


    Apropos Madhouse: Wir ersparen euch ausschweifende Lobeshymnen auf das namhafte Animationsstudio. Mittlerweile sollte wirklich jeder wissen, dass dieses sich mit sichtbar viel Liebe und Detailverliebtheit mittlerweile problemlos einen Weg in unser kalten Kritikerherz gekämpft und hier ihr dauerhaftes Lager aufgeschlagen haben.


    Allerdings war das nicht der Grund, weshalb wir bereits vor Einlegen der Cardcaptor Sakura: The Movie-Blu-ray guter Dinge waren. Immerhin zeichnet sich Madhouse auch für die Serie verantwortlich, konnte hier also bereits anschaulich unter Beweis stellen, dass das charmante Gesamtbild von Clamp von den hauseigenen Zeichnern und Animateuren perfekt ins Anime-Format gebracht werden kann.


    Kein Wunder also, dass auch der Film fantastisch aussieht und selbst 20 Jahre nach Erstveröffentlichung noch eine erstklassige Figur machen kann. Mit dem Know-How des Animes konnte Madhouse ein visuell ansprechendes Abenteuer auf die Beine stellen und durch imposant in Szene gesetzte Action-Momente vor allem in Richtung Finale mit einem leichten filmischen Touch versehen, wobei die Blu-ray-Variante mit starken Farben und optimierter Schärfe eine moderne Note beifügt.


    Auf der großen Leinwand mag das Ganze aufgrund einer fehlenden Varianz zum Anime-Bild eventuell leicht enttäuscht haben, das spielt bei der deutschen Veröffentlichung fürs Heimkino allerdings keine Rolle. Mit einer kleinen Enttäuschung sehen wir uns dann aber leider doch konfrontiert: Denn nicht überall greift die zusätzliche Blu-ray-Schärfe vollkommen, weshalb sich das hohe Alter in einigen Momenten gerne etwas bemerkbar macht.


    Zum Glück halten sich diese Szenen insgesamt in Grenzen, weshalb dem Gesamtgenuss nur ein kleiner Schnitzer hinzugefügt wird. Spätestens beim wunderschönen Ending-Song sind diese Momente eh wieder vergessen.



    Sound


    Doch nicht nur Tôi Kono Machi de von Sängerin Naomi Kaitani zum Filmende begeistert, auch der Score von Takayuki Negishi wird euch in den magischen Bann ziehen. Auch hier werden Fans kaum überrascht sein: Immerhin durfte auch der Komponist bei der Anime-Serie ausreichend Erfahrung sammeln.


    Während wirkliche Ohrwurm-Garanten ausbleiben, etabliert sich die musikalische Untermalung als vortrefflicher Wegbegleiter, der sich zwar – abgesehen actionreicher Momente – brav im Hintergrund hält, mit variantenreichen Melodien und Stilen aber gar nicht mehr wegzudenken ist. Jeder Situation und sogar Location passt sich Negishi somit vortrefflich an und leistet sich die gesamte Laufzeit keinerlei Ausrutscher.


    Die DTS-HD MA 5.1-Abmischung bezieht derweil gezielt die hinteren Boxen eurer Heimkinoanlage ein, wirkt dabei in puncto Bass aber etwas schwach auf der Brust. Soundeffekte, Musik und Dialoge sind perfekt voneinander getrennt, kommen also gleichermaßen zur Geltung. Zum Glück!


    Denn bei der deutschen Sprachausgabe hat man sich ebenfalls auf alte und zuverlässige Bekannte verlassen. Die namhafte Sprecherriege übernimmt auch die Synchronisation von Cardcaptor Sakura – The Movie und liefert gewohnt stark ab. Mit einer insgesamt kindlichen Stimmlage haben die japanischen Originalsprecher die Nase zwar minimal vorne, qualitativ spielen aber beide Fassungen in der gleichen Liga.



    Extras / Aufmachung


    Booklet

    Sticker


    Wer im Hauptmenü nach Bonusmaterial sucht, der wird leider nicht fündig – denn leider reiht sich Cardcaptor Sakura – The Movie in die Veröffentlichungen ohne ansprechenden Extras-Bereich ein.


    Immerhin reicht uns nipponart wieder zwei kleines Trostpflaster in Form eines Stickers sowie eines farbenfrohen Booklets. Besonders cool: Neben Charaktervorstellungen finden wir hier auch ein übersetztes Interview mit Regisseur Morio Asaka. Eine Behind-The-Scenes-Featurette auf der Disc wäre zwar schöner gewesen, dennoch greift hier das Besser-als-nichts-Motto.


    Gerade mit Blick auf den recht hohen Preis und die moderate Laufzeit des Films schmerzt das Fehlen jeglichen Bonusmaterials aber natürlich besonders und lässt hoffen, dass zu Weihnachten das eine oder andere Sonderangebot im favorisierten Online-Shop auftauchen wird.



    Fazit


    Anstatt auf epischen Film- und Hollywood-Bombast zu setzen, fühlt sich Cardcaptor Sakura – The Movie letztendlich wie eine längere, zu Hochglanz aufpolierte Anime-Episode an: Und das ist für Fans natürlich die beste Botschaft!


    Trotz einiger narrativer Schwächen in der zweiten Hälfte fällt das neuste Abenteuer nämlich gewohnt magisch aus, während man sich bei den optischen sowie auditiven Elementen stark an der Serie orientiert hat und somit die altbekannte und geliebte Atmosphäre perfekt einfängt. Madhouse hat sich spürbar viel Mühe gegeben, die Anime-Erfahrung auf ein neues Level zu heben und Fans ein filmisches Vergnügen zu garantieren. Dieses Vorhaben ist aufgegangen!


    Mit aufpolierter Optik reizt die Blu-ray dementsprechend selbst Besitzer der DVD-Variante zum Neukauf, das Fehlen jeglichen Bonusmaterials macht einen Neupreis von derzeit 29,95€ allerdings zu einer schmerzhaften Angelegenheit. Fans sollten dementsprechend auf ein passendes Angebot warten oder gleich zur Weihnachtswunschliste greifen – denn lohnen tut sich Cardcaptor Sakura – The Movie ebenfalls!


    Und was tun Nicht-Fans mit Magical-Girl-Love? Auch die sollten den Film unbedingt auf ihre Kaufliste setzen – zuvor allerdings definitiv einen Ausflug in die Serie wagen, um wirklich alles zu verstehen und angenehmer in die Cardcaptor-Welt eintauchen zu können.


    Name: Cardcaptor Sakura – The Movie [Blu-ray]

    Verleih: nipponart

    Bild: 1080p High Definition

    Ton: DTS-HD MA 5.1 (Deutsch & Japanisch)

    Untertitel: Deutsch

    Laufzeit: ca. 90 Minuten

    Freigegeben ab: 12 Jahren


    Mehr Infos findet ihr hier!


    Für alle Bilder in unserem Test gilt:

    © CLAMP•ST•KODANSHA / CINEMA „CARDCAPTOR SAKURA“ PARTNERSHIP

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